Ärzte Zeitung online, 21.11.2008

Alle Befunde sind auf einer kleinen Karte

Seit Ende 2004 wird in Trier eine elektronische Patientenakte getestet. Die beteiligten Ärzte sind zufrieden. Leider machen jedoch erst 50 Haus- und Fachärzte bei dem Projekt mit.

Von Marion Lisson

Alle Befunde sind auf einer kleinen Karte

Röntgenbilder und Diagnosen sind auf der elektronischen Patientenakte gespeichert. Durch PIN-Eingabe erlaubt der Patient dem Arzt den einmaligen Zugriff.

Foto: vita-x

Das Trierer Projekt zur elektronischen Patientenakte (ePA) wird bis 2010 verlängert. Unumstritten sei, dass die elektronische Akte einen hohen Nutzen für Ärzte und Patienten hat.

Dieses Resumé zog jetzt Allgemeinarzt Dr. Michael Siegert bei einer Veranstaltung zur elektronische Patientenakte. Allein mit der Vernetzung unter den Kollegen stocke es noch. Der Grund: Bislang machen erst 50 Haus- und Fachärzte bei dem Projekt mit. "Daher möchten wir das Projekt ePA Trier auf eine noch breitere Basis stellen und weitere Ärzte in das System einbinden", sagte Dr. Erik Massmann, Vorstandsvorsitzender der vita-X AG. Flächendeckend soll die Patientenakte künftig für alle Trierer Bürger zur Verfügung stehen.

"Patienten vernetzen ihre behandelnden Ärzte untereinander und ersparen sich so lange Wartezeiten durch fehlende Befunde oder Arztbriefe", erklärt Siegert, der das Projekt von Anfang an engagiert unterstützt hat.

Bereits Ende 2004 starteten das Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz, die Kassenärztliche Vereinigung und die vita-X AG das Projekt. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Trierer Universität. Mehr als 1500 Bürger machen mit. Auch das Brüderkrankenhaus und das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen sind in das Projekt eingebunden.

Beim Arztbesuch erlaubt der Patient durch Eingabe der persönlichen PIN-Nummer den einmaligen Zugriff auf seine elektronische Akte. Abgerufen werden können dann medizinische Informationen wie Diagnosen, Medikation, chronische Erkrankungen, Laborwerte, Impf-Informationen, Röntgenbilder oder Ultraschalluntersuchungen.

"Bei zehn bis zwölf Patienten täglich kommt in meiner Praxis die elektronische Patientenakte zum Einsatz", berichtet Siegert. Die Technik laufe mittlerweile störungsfrei. In der Regel stellt der Allgemeinarzt nach eigenen Angaben seine Befunde und Untersuchungsergebnisse in die Akte ein, um später darauf zurückgreifen zu können. "Es ist jedoch bedauerlich, wenn Patienten beispielsweise an einen Orthopäden überwiesen werden, doch dieser Kollege nicht bei dem Projekt mitmacht", so Siegert. Das sei derzeit häufiger der Fall. Es gelte im Sinne der Patienten einen höheren Vernetzungsgrad anzustreben. "Wenn es um die Vernetzung geht, haben wir derzeit insbesondere Patienten mit der Indikation Diabetes Mellitus im Blick", macht Siegert deutlich. Hierbei bestehe bereits jetzt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Kollegen, die diese Patienten behandelten, auch Teilnehmer bei dem Projekt der elektronischen Patientenakte seien und eine entsprechende Vernetzung erfolgen könne.

www.vita-x.de

Medica: Halle 15 / E18

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