Ärzte Zeitung online, 22.11.2008

Ein steuerfest gestaltetes Depot

Anleger können noch bis Jahresende die Folgen der Abgeltungssteuer umgehen - zumindest teilweise.

Ein steuerfest gestaltetes Depot

Die Abgeltungssteuer gilt für alle Kapitalerträge.

Foto: R. Wechsler@www.fotolia.de

Am 1. Januar 2009 tritt die Abgeltungssteuer in Kraft. Für Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie Kursgewinne gilt dann ein einheitlicher Steuersatz von 25 Prozent. Dazu kommen noch der Solidarzuschlag und gebenenfalls Kirchensteuer.

Vor allem langfristig orientierte Anleger, die ihr Geld an der Börse angelegt haben, würden dadurch benachteiligt, sagt Uwe Zeidler, Bereichsleiter vom Asset Management Privatkunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). Grund: Bislang bleiben die Kursgewinne der meisten Wertpapiere steuerfrei, wenn diese mindestens ein Jahr lang im Depot gehalten werden. Für kurzfristige Spekulationsgewinne gibt es zudem noch eine Freigrenze von 512 Euro. Mit Einführung der Abgeltungssteuer entfallen diese Regelungen.

Es gebe allerdings einen Weg, um die Abgeltungssteuer wenigstens teilweise zu umgehen, so Zeidler. Werden die Wertpapiere noch in diesem Jahr, also vor Einführung der Abgeltungssteuer, erworben, müsse zwischen Ausschüttungen und Zinszahlungen auf der einen Seite und Kursgewinnen auf der anderen Seite differenziert werden. Während erstere der Abgeltungssteuer unterlägen, blieben letztere steuerfrei - sofern die Haltefrist von zwölf Monaten eingehalten wird.

"Anleger haben somit noch bis Ende 2008 die Gelegenheit, Wertpapiere zu erwerben und die Kursgewinne nach Ablauf von zwölf Monaten steuerfrei zu vereinnahmen", sagt Zeidler. Rentenorientierte Anleger mit einem hohen persönlichen Steuersatz dagegen profitieren von der Abgeltungssteuer und sollten möglichst viele Erträge in die Zeit nach ihrer Einführung verschieben.

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