Kongress, 22.04.2009

Auch internistische Patienten brauchen oft Thromboseschutz

Auch internistische Patienten brauchen oft Thromboseschutz

Der Prophylaxe von tiefen Beinvenenthrombosen (TVE) sollte in der internistischen Praxis genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie der Therapie. "Hier besteht noch Handlungsbedarf. Denn eine große Zahl von Thrombosen entsteht bei nicht-operierten Patienten", erinnert Professor Rupert Bauersachs aus Darmstadt. Immerhin 10 bis 40 Prozent der internistischen Patienten hätten ein erhöhtes VTE-Risiko. In der aktuellen S3-Leitlinie zur VTE-Prophylaxe, die im April veröffentlicht wurde, wird darauf nun eingegangen. Explizit wird dabei auch die Prophylaxe-Option mit Fondaparinux genannt. Danach hat die Metaanalyse von Studiendaten mit orthopädisch/unfallchirurgischen Patienten ergeben, dass mit dem synthetisch hergestellten Pentasaccharid (Arixtra®) die Rate an thromboembolischen Komplikationen - überwiegend klinisch asymptomatisch - um fast 50 Prozent im Vergleich zu NMH reduziert wurde, berichtete Bauersachs auf einem Satellitensymposium von GSK.

Deutlich weniger Thrombosen mit Fondaparinux.

Bei der Therapie von Venenthrombosen hat sich als aktueller Konsens durchgesetzt, dass jeder klinische Verdacht umgehend so abgeklärt werden muss, dass auch eine therapeutische Entscheidung gefällt werden kann, so Professor Sebastian Schellong aus Dresden. Um zu entscheiden, ob bei einer geringen Wahrscheinlichkeit dennoch eine Therapie nötig ist, soll nach einem Algorithmus der D-Dimer-Test genutzt werden. "Das könnte manchen Extra-Gang zur Sonografie sparen", betonte Schellong. (run)

Topics
Schlagworte
Wiesbaden / DGIM (195)
Krankheiten
Embolie (611)
Wirkstoffe
Fondaparinux (69)
Personen
Rupert Bauersachs (37)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »