Ärzte Zeitung online, 11.05.2010

Würdigung in der Semperoper: Paracelsus-Medaille geht an vier Ärzte

Würdigung in der Semperoper: Paracelsus-Medaille geht an vier Ärzte

DRESDEN (akl). Die Dresdner Semperoper bot den angemessenen Rahmen für die Verleihung der Paracelsus-Medaille. Sie wird jedes Jahr von der Bundesärztekammer an Ärzte verliehen, die sich in ihrer Arbeit besonders verdient gemacht haben.

Würdigung in der Semperoper: Paracelsus-Medaille geht an vier Ärzte

Die diesjährigen Preisträger der Paracelsus-Medaille (von links): Professor Klaus Hupe, Professor Eduard Seidler, Dr. Alfred Möhrle, Professor Albrecht Encke © Lösel

Entscheidend bei der Auswahl war, dass die Preisträger, in ihrer Tätigkeit als Arzt vorbildliches geleistet, sich in berufsständische Arbeit erfolgreich engagiert oder auch auf wissenschaftlichem Gebiet Hervorragendes geleistet haben.

Professor Klaus Hupe, Facharzt für Chirurgie, erhielt die Medaille für sein Engagement in der ärztlichen Fortbildung. Er war viele Jahre Vorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. In der Begründung der Jury hieß es, Hupe habe wichtige Impulse für die Qualitätssicherung in der Chirurgie gesetzt.

Die zweite Medaille ging an Professor Eduard Seidler, Medizinhistoriker und Facharzt für Kinderchirurgie. Der Wissenschaftler und Hochschullehrer war 27 Jahre Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg. Ein Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit war die Rolle der Medizin im Nationalsozialismus und das Schicksal jüdischer Kinderärzte. Mit seinem Einsatz gegen das Vergessen habe Seidler das Ansehen der deutschen Ärzte und ganz Deutschlands gestärkt, so die Jury.

Dr. Alfred Möhrle, Facharzt für Orthopädie und für physikalische und rehabilitative Medizin, wurde für seinen Einsatz in der Weiter- und Fortbildung sowie für der Qualitätssicherung ausgezeichnet. Möhrle war zwölf Jahre lang Präsident der Landesärztekammer Hessen. Er war Mitglied in zahlreichen Gremien der Bundesärztekammer und Vorsitzender des Ausschusses Gebührenordnung. Zudem war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin.

Professor Albrecht Encke, Facharzt für Chirurgie, erhielt die Paracelsus-Medaille für seine Arbeit in der evidenzbasierten Medizin und für seinen Einsatz für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung. Der zu den führenden Gefäßchirurgen in Deutschland zählende Arzt leitete 23 Jahre lang die Klinik für Allgemeinmedizin und Gefäßchirurgie der Universität Frankfurt am Main. Viele Jahre war er Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Mit Pflege-Ko-Pilot Gewalt vermeiden

Etwa 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause ohne Hilfe von Profis gepflegt. Überforderung, Vernachlässigung und nicht selten auch Gewalt sind die Folgen. Jetzt wird über Hilfe für die Helfer nachgedacht. mehr »

Mehr Handhygiene in Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfekte bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »