Medica Aktuell, 16.11.2011

Branche mit verhaltenem Optimismus

Branche mit verhaltenem Optimismus

Für die Medizintechnik stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Andererseits wird der Preisdruck durchaus spürbar.

Von Helmut Laschet

DÜSSELDORF. Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 5,3 Prozent kann sich die Medizintechnik-Industrie in Deutschland durchaus sehen lassen.

Branche mit verhaltenem Optimismus

Fast 80 Prozent der Unternehmen haben davon profitiert, wie aus der Herbst-Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hervorgeht. Acht Prozent klagen über Stagnation, 13 Prozent über Umsatzrückgänge.

Dabei hat sich die Gewinnsituation bei 47 Prozent der Unternehmen verbessert, bei sechs Prozent sogar deutlich. Über gleich gebliebene Gewinne berichten 33 Prozent, jedes fünfte Unternehmen muss allerdings Gewinneinbußen hinnehmen.

Kein überschwänglicher Optimismus

Der Ausblick ins kommende Jahr fällt verhalten optimistisch aus: Vier Prozent erwarten eine deutlich bessere Geschäftslage, 42 Prozent sagen, es werde "besser" werden, 39 Prozent rechnen mit einem gleich bleibenden Geschäftsklima, lediglich 15 Prozent sehen eine problematische Entwicklung.

Die zurückliegende Wirtschaftskrise ist an der Branche nicht ganz spurlos vorübergegangen. Am ehesten bekommen dies die Unternehmen mit stärkerem Druck auf ihre Preise zu spüren (63 Prozent).

56 Prozent der Firmen klagen über erhöhte Rohstoffpreise. Rund ein Viertel berichtet von höheren Außenständen und generell angespannter Finanzlage.

Jedes fünfte Unternehmen ist von Umsatzeinbußen betroffen gewesen und hat deshalb auch Investitionen aufgeschoben. Nur in jedem fünften Unternehmen gab es einen Einstellungsstopp. Lediglich zehn Prozent haben Stellen abgebaut.

Standortvorteile: Infrastruktur und ärztliche Ausbildung

Aktuell in diesem Jahr hat jedes zweite Unternehmen neue Arbeitsplätze geschaffen, nur elf Prozent haben weniger Stellen als im Vorjahr. Eine zentrale Rolle spielen für die Branche die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen.

Dabei wünscht man sich vor allem schnellere Entscheidungswege, mehr Wahlfreiheiten für die Patienten und Mehrkostenregelungen für Medizinprodukte - also insgesamt eine stärkere Flexibilisierung.

Als Stärken des Standort Deutschland gelten das hohe Versorgungsniveau, die gute Infrastruktur, die schnelle Marktzulassung und gut ausgebildete Ärzte.

Als Hemmnisse werden der wachsende Preisdruck, niedrige Erstattungspreise und innovationsfeindliche Haltung der Krankenkassen beklagt. Einem Drittel macht inzwischen der Fachkräftemangel zu schaffen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »