Ärzte Zeitung online, 28.08.2011

Colchicin halbiert das Rezidivrisiko bei Perikarditis

PARIS (DE). Bei rezidivierender Perikarditis kann eine Behandlung mit Colchicin zusätzlich zu NSAR die Heilung beschleunigen und das Rezidiv-Risiko halbieren.

Colchicin halbiert das Rezidivrisiko bei Perikarditis

Herz und Gefäße im Blick: Die ESC-Empfehlung für Colchicin bei Perikarditis wurde jetzt von einer italienischen Studie untermauert.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag

Perikarditiden neigen zum Rezidivieren: bei 20 bis 30 Prozent der Herzbeutelentzündungen kommt es zu Rückfällen, was zu erneuter Krankheit, Hospitalisation und Kosten führen kann.

Zur Behandlung rezidivierender Perikarditiden empfiehlt die ESC Colchicin, obgleich bisher nur Daten aus nicht randomisierten und offenen Studien vorliegen.

Nun haben italienische Autoren erstmals eine doppelblinde Studie mit 120 Patienten durchgeführt, die ein erstes Pericarditis-Rezidiv erlitten hatten (Ann Intern Med 2011; online 28. August).

Behandelt wurde sechs Monate lang mit NSAR plus Plazebo oder Colchicin (gewichtsabhängig 1-2mg/d am 1. Tag, danach 0,5-1 mg/d). Primärer Endpunkt war die Rezidivrate nach 18 Monaten.

3 von 4 Patienten nach drei Tagen wieder gesund

Der Mitose-Hemmstoff erwies sich als sehr wirksam: 55 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe erlitt ein Rezidiv, aber nur 24 Prozent in der Colchicin-Gruppe.

Auch akut war das Gichtherapeutikum sehr wirksam: Nach nur drei Tagen waren die Symptome bei 77 Prozent der Patienten unter Colchicin abgeklungen, jedoch nur bei 47 Prozent der Patienten der Kontrollgruppe.

5 Prozent vs. 13 Prozent der Patienten wurden erneut hospitalisiert. Zu leichten Nebenwirkungen kam es in beiden Gruppen in 7 Prozent der Fälle, wobei gastrointestinale Beschwerden dominierten.

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