Ärzte Zeitung, 26.01.2012

Pflegende rufen die Kanzlerin

Merkel soll es richten: Zwar kommt die Pflegereform langsam in die Gänge, doch das reicht den Heilberuflern nicht aus: Sie wollen, dass Schwarz-Gelb die Pflege zur Chefsache macht.

BERLIN (af). "Die Kanzlerin ist gefordert", die Versorgung mit Pflegedienstleistungen müsse in Deutschland Chefsache werden. Diese Forderung hat der Präsident des Deutschen Pflegerates im Vorfeld des Kongresses "Pflege 2012" erhoben.

Die Politiker nähmen die Sprengkraft, die dem Fachkräftemangel in der ambulanten und stationären Pflege innewohne, nicht zur Kenntnis, sagte Andreas Westerfellhaus. Das von der Koalition angekündigte Berufsgesetz Pflege lasse auf sich warten.

Am Freitag und Samstag kommen in Berlin "Politiker, Manager, Wissenschaftler und Praktiker zum Kongress Pflege 2012 zusammen. Die Veranstaltung dient auch der Vertiefung des Dialogs zwischen Ärzten und Pflegenden.

Ein klares Bekenntnis zur Übertragung von Heilkunde auf Fachpflegekräfte gab der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Max Kaplan, in der Springer Medizin Pressekonferenz zum Kongress in Berlin ab. "Wir müssen Synergieeffekte nutzen durch Arbeitsteilung."

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff soll noch in dieser Legislaturperiode kommen

Von einem Pflegenotstand könne nur punktuell gesprochen werden, sagte Ersatzkassenchef Thomas Ballast. Unterstützung für seine These bekam Ballast vom pflegepolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Willi Zylajew. Er gab sich zuversichtlich, dass die Koalition noch in dieser Legislaturperiode versuchen werde, einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu definieren.

Die Regierung habe diesen Prozess "auf eine Zeitschiene gesetzt". Daran knüpften sich hohe Erwartungen auch an die Personalausstattung in der Pflege. Mit der im Entwurf des Pflegeneuausrichtungsgesetzes festgelegten moderaten Anhebung des Pflegebeitrages komme man dann nicht mehr aus.

Pflegende rufen nach der Kanzlerin

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »