Ärzte Zeitung, 18.11.2013
 

Größte Medizinmesse

Medica wächst mit den Megatrends der Gesundheit

Am Mittwoch öffnen sich in Düsseldorf die Tore zur Medica. Die größte Medizinmesse der Welt setzt weiter auf Internationalisierung und Innovationen in der Gesundheitsbranche.

Von Ilse Schlingensiepen

Medica wächst mit den Megatrends der Gesundheit

Impressionen von der Medica 2012: Im vergangenen Jahr kamen rund 130.000 Besucher zur Medizinmesse.

© Messe Düsseldorf

DÜSSELDORF. Quer durch viele Bereiche werden drei große Themen die kommende Medizinmesse Medica prägen: die Computerisierung, die Molekularisierung und die Miniaturisierung.

"Die drei Megatrends der letzten Jahre beschleunigen sich weiter", sagte Horst Giesen, bei der Messe Düsseldorf zuständiger Direktor für die Messen Medica und die Compamed.

Der IT-Einsatz im Gesundheitswesen schreitet rasant voran. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Weiterentwicklung stationärer Geräte. "Unter dem Stichwort ‚mobile health‘ werden wir auf der Messe viel Neues vorstellen", kündigte Giesen an. Auf dem Health IT Forum können Interessierte aus rund 120 Vorträgen rund um die Telemedizin und Telematik auswählen.

Bei den Neuerungen im Bereich der Molekularmedizin liegt ein Schwerpunkt auf den neuen Biomarker-Tests. Bei der fortschreitenden Miniaturisierung ist die Implantatemedizin einer der Schwerpunkte der Messe.

4641 Aussteller

An der Medica, die vom 20. bis 23. November in Düsseldorf stattfinden wird, beteiligen sich 4641 Aussteller aus 66 Nationen, das sind noch einmal 47 Aussteller mehr als 2012. Drei Viertel von ihnen kommen aus dem Ausland.

Flankiert wird die Medizinmesse bis zum 22. November erneut von der Compamed, der Fachmesse für den Zuliefermarkt. Er zieht in diesem Jahr 681 Aussteller an. Die beiden Messen füllen erneut alle 19 Hallen auf dem Messegelände.

Nach den deutschen Ausstellern, die nach wie vor die größte Fläche belegen, folgen Italien, China, USA, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande.

Auch die Besucher werden immer internationaler. "Mehr als jeder zweite Besucher kommt aus dem Ausland", berichtete Messechef Joachim Schäfer.

Auf der Medica werde deutlich, dass sich weltweit die Nachfragestrukturen ändern, sagte er. So gewinnen die Schwellenländer an Bedeutung. "In den Schwellenländern rückt die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den Fokus."

Mit einer Neuaufstellung ihres Kongressprogrammes reagiert die Medica auf die stärker internationale Ausrichtung der Messe. Zugleich gehe es darum, die Interessen der Industrie besser aufzugreifen, sagte Direktor Giesen.

Das Angebot sei gestrafft worden. "Wir haben es qualitativ durchforstet." Bei der "Medica Education Conference" spielten vier Themen eine zentrale Rolle: Hygiene, Infektiologie, Gendermedizin und personalisierte Medizin.

Fortbildung für Ärzte

Deutsche Ärzte können bei den Veranstaltungen weiter Fortbildungspunkte sammeln. Gleichzeitig ist der Messe erstmals auch eine europäische Zertifizierung gelungen.

Es sei das Ziel, in dem Kongress verstärkt Themen zu bearbeiten, die über den medizinischen Alltag hinausgehen, erläuterte Giesen. "Wir gehen davon aus, dass wir den Kongress auf ein anderes qualitatives Niveau gehoben haben."

Die Industrie und die Medica-Aussteller begrüßen diese Entwicklung, sagte Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektromedizinische Technik im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie.

Für die eigentliche medizinische Fortbildung würden die Ärzte ohnehin die jeweiligen Fachkongresse besuchen.

"Es geht um die Fortbildung auf einem übergreifenden Niveau und darum, das sektorale Denken stärker zu überwinden und die Leute für das fit zu machen, was auf sie zukommt", sagte Bursig.

Integraler Bestandteil der Medica ist wieder der Deutsche Krankenhaustag, der in diesem Jahr unter dem Motto "Fair finanziert - Krankenhäuser brauchen Zukunft" steht.

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