Ärzte Zeitung online, 04.11.2016

Kliniken

Mehr um Patienten bemühen!

HAMBURG. Der Wettbewerb um Patienten hat unter den Krankenhäusern extrem zugenommen. "Die meisten Patienten suchen sich das Krankenhaus bewusst aus, deshalb müssen sich Kliniken mehr um eine Patientenorientierung bemühen", betont Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Dabei geht es nicht nur darum, Patienten für sich zu gewinnen: "Häuser, die in Patientenorientierung investieren, haben auch weniger Probleme, qualifiziertes Personal zu finden", so Prölß. Mit dem Thema Patientenorientierung wird der bereits seit Wochen ausgebuchte 14. Gesundheitspflege-Kongress heute in Hamburg eröffnet.

Das UKE ist einer der renommierten Kooperationspartner des Kongresses, der von Springer Pflege veranstaltet wird. "Patientenorientierung – das ist zunächst eine ethische Haltung, die Führungskräfte vorleben müssen", betont Joachim Prölß, der Anfang des Jahres vom Gesundheitswirtschaftsmagazin kma zum "Manager des Jahres 2015" gekürt wurde.

Um das Schlagwort Patientenorientierung mit Leben zu füllen, wurde am UKE eine AG eingerichtet, die berufs- und hierarchieübergreifend arbeitet. So hat die AG zum Beispiel eine UKE-eigene Hygiene-Kampagne gestartet. "Denn Basis der Patientenorientierung ist fachlich korrektes Arbeiten", hebt Prölß hervor.

Award zur Patientenorientierung

Ein Award zur Patientenorientierung wurde ins Leben gerufen – für dieses Jahr liegen 50 hausinterne Projektbewerbungen vor. Mit einer kontinuierlichen Patientenbefragung – Terminals befinden sich an jedem Bett – werden die einzelnen Stationen in den Wettbewerb geschickt.

"Es stellen sich große Unterschiede zwischen den Teams heraus, obwohl die Rahmenbedingungen ja annähernd gleich sind", berichtet Prölß. Der Pflegedirektor spricht sich zudem für eine komplette Digitalisierung aus. "So können sich die Pflegefachkräfte mehr auf das Wesentliche konzentrieren – nämlich die Arbeit mit und am Patienten."

Flexible Arbeitszeitgestaltung, andere Kulturen in der Pflege sowie das postoperative Delir sind weitere Themen des Kongresses, der noch bis morgen andauert. (an)

Weitere Informationen zu den Kongressen von Springer Pflege:

Andrea Tauchert, Tel. 030/82787-5513, info@gesundheitskongresse.de, www.gesundheitskongresse.de

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