Ärzte Zeitung online, 29.05.2017
 

GOÄ-Reform

Die Kuh ist vom Eis

Kommentar von Helmut Laschet

Es ist ein wichtiger Schritt vorwärts, zu dem sich der Ärztetag, schlussendlich mit großer Mehrheit, am Donnerstagabend durchgerungen hat. Zumindest der Ärztetag kann das GOÄ-Reformprojekt nicht mehr zum Scheitern bringen, die Delegierten haben dem Verhandlungsführer Dr. Klaus Reinhardt und dem Vorstand Prokura für die Schlussrunde erteilt.

Die aber hat es in sich: Gerade drei Monate verbleiben, für die nun insgesamt 5300 Leistungsziffern eine Bepreisung vorzunehmen – mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Kalkulation und mit Assistenz der Expertise der Fachgesellschaften. Und dann wird es ganz ernst im Verhandlungsprozess mit PKV und Beihilfe. Egal, ob wirklich zu Weihnachten der Kompromiss steht: Wenn er gelingt, dann wird es die Politik schwer haben, dies noch zu ignorieren.

Dabei ist eines klar: Eine "Wünsch dir was" ist die neue GOÄ nicht, wie ein Delegierter zutreffend sagte. Ein Preisfaktor von 5,8 Prozent als Kompensation für jahrzehntelanges Freezing ist mager. Auf der Habenseite steht dann aber ein innovatives, betriebswirtschaftlich kalkuliertes, hochdifferenziertes Leistungsverzeichnis und die Sicherung der Einzelleistungsvergütung – ein Budget wie im Einheitlichen Bewertungsmaßstab der GKV wird es nicht geben.

Lesen Sie dazu auch:
GOÄ-Novelle: Ärztetag gibt grünes Licht für die nächsten Reformschritte

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