Klinikmanagement

 
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Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Industriepartnerschaften können Kliniken helfen, Technik-Investitionen zu stemmen, mit denen sich auf lange Sicht Kosten einsparen lassen. Auf dem Hauptstadtkongress diskutierten Experten, worauf es dabei ankommt.

Von Sarah Weckerling

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Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

BERLIN. Konfrontiert mit einem Mangel an Fachkräften, knappen finanziellen Ressourcen und der unaufhörlich voranschreitenden Digitalisierung stehen Kliniken zunehmend vor der Herausforderung, möglichst effizient zu wirtschaften. Investitionen in zeitgemäße technische Lösungen, die Arbeitsabläufe optimieren und langfristig Kosten senken, sind für Kliniken oft nur eingeschränkt möglich. Hier schaffen System- oder Industriepartnerschaften Abhilfe, indem sie Spielräume fürs Klinikmanagement eröffnen.

Nicht nur die Anschaffungs- und Wartungskosten medizinischer Geräte werden in einer Industriepartnerschaft vertraglich mit dem Hersteller vereinbart, auch die Optimierung von Arbeitsabläufen und betriebswirtschaftlichen Prozessen in der Klinik sind Teil des Projektvertrags. Dr. med. Gerhard M. Sontheimer, Vorstand des bayerischen Klinikverbunds ANregiomed, gilt als Pionier auf dem Gebiet der Industriepartnerschaften. Im Jahr 2014 demonstrierte er erstmals in einem Pilotprojekt am Klinikum Kassel, damals als Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding AG, dass eine Klinik an einer Partnerschaft erfolgreich finanziell gesunden kann.

Stabile Prozesse entscheidend

"Um gleichzeitig Qualität zu sichern und Kosten zu senken, braucht eine Klinik stabile, qualitätsorientierte, durch Kennzahlen gestützte Prozesse", sagte Sontheimer beim Expertenforum "Added Value von Systempartnerschaften" beim Hauptstadtkongress. Die Prozessoptimierung beginnt nach seinem Verständnis bereits in der Einkaufsabteilung der Klinik. "Der Einkäufer ist zum Projektmanager geworden. Es reicht nicht mehr, rein preisorientiertes Beschaffungsmanagement zu betreiben. In Zukunft müssen wir die gesamte Supply Chain optimieren", erläuterte Sontheimer.

Investitionskosten besser planbar

25%

Kosteneinsparung in der Radiologie wollen die Kliniken der Stadt Köln durch eine Systempartnerschaft mit Philips erreichen. Derzeit, heißt es, sehe alles danach aus, dass das auch gelingt.

Eine Systempartnerschaft mit mehrjähriger Laufzeit hat den Vorteil, dass Investitionen und Instandhaltungskosten besser planbar sind. Auch der Austausch von Geräten während der Laufzeit und die Integration von Innovationen werden vertraglich festgeschrieben. Optimierungsprojekte im Rahmen einer Partnerschaft gehen aber noch weiter: Gemeinsam entwickeln Klinikvertreter und Gerätehersteller einen Plan für den optimalen Einsatz der technischen Lösungen und des Personals an den passenden Stellen, so dass sich nicht nur die Effizienz des Betriebes erhöht, sondern darüber hinaus auch das Arbeitsumfeld für Mitarbeiter sinnvoller gestaltet wird und die Zufriedenheit der Patienten zunimmt.

Ein Beispiel für die Möglichkeiten einer Partnerschaft ist der Fall der Kliniken der Stadt Köln: Dieser kommunale Klinikverband mit drei Standorten ist seit 2018 dabei, mit Philips seine Radiologie umzustrukturieren. Am Standort Merheim wird die Radiologie komplett neu aufgebaut, wobei administrative Prozesse der Abteilung bereits in der baulichen Planung berücksichtigt werden. "Das bedeutet für das Layout des Gebäudes die Verkürzung von Wegzeiten, sodass Mitarbeiter nicht den ganzen Tag im Hol- und Bringdienst unterwegs sind", erläuterte Geschäftsführer Holger Baumann. Die bisherigen Ergebnisse ließen darauf schließen, dass das Ziel von Kosteneinsparungen von 25 Prozent in der Radiologie wahrscheinlich erreicht wird.

Baumann zeigte sich zufrieden und betonte auf dem Hauptstadtkongress: "Ein Radiologie-Servicevertrag wird keine ganze Klinik retten, kann aber einen signifikanten Beitrag zu ihrem Fortbestand leisten." Zum Beispiel, weil sich dadurch Handlungsspielräume ergeben, um in moderne digitale Lösungen zu investieren. So ließen sich Herausforderungen wie die steigende Bedeutung von Daten, wachsende Sicherheitsanforderungen oder der zunehmende Mangel an Ärzten und Spezialisten adressieren.