Klinikmanagement

 
Sonderbericht
Mit freundlicher Unterstützung der Philips GmbH Market DACH
 

"Risikoteilung ist für Kliniken eine wichtige Anforderung"

Moderne Medizintechnik allein genügt nicht, um eine Klinik effizienter zu machen. Daher arbeiten manche Technikanbieter mit daran, die Prozesse rund um die Patienten zu optimieren.

Ärzte Zeitung: Herr Borwieck, viele Kliniken stehen ökonomisch enorm unter Druck. Dabei geht es nicht nur, aber auch um gute Prozesse. Worauf kommt es bei der Prozessoptimierung an?

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Heiko Borwieck ist seit 2016 Health Systems Leader Deutschland der Philips GmbH Market DACH.

© Philips

Heiko Borwieck: Prozessoptimierung funktioniert nur dann, wenn man die Abläufe im Krankenhaus ganzheitlich betrachtet. Welchen Weg nimmt der Patient durch eine Klinik und wie arbeiten die einzelnen Fachabteilungen zusammen? Um das zu verstehen, bedarf es einer End-to-End-Betrachtung entlang des Patientenpfades von der Aufnahme über die Therapie bis zur Entlassung. In einer Systempartnerschaft arbeiten wir gemeinsam mit den Fachabteilungen und dem Klinikmanagement an der Optimierung der Abläufe.

Wie gehen Sie dabei vor?

Um Patientenpfade abzubilden, arbeiten wir mit dem "Experience Flow Mapping". Dieses beschreibt sehr detailgenau sämtliche Prozessschritte aus unterschiedlichen Perspektiven: aus Sicht des Patienten selbst, aus Sicht von Angehörigen, aus Sicht der Pflege und der des Arztes. Diese werden als Einzelpfade entsprechend dargestellt.

In einem gemeinsamen Workshop arbeiten Vertreter der Klinik und von Philips an diesen Prozessen und definieren, an welchen Punkten welche Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen und wie der Patientenstrom so optimiert wird, dass vier wesentliche Ziele erreicht werden: höhere Zufriedenheit des Patienten, bessere Ergebnisqualität, höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter und eine insgesamt verbesserte Wirtschaftlichkeit.

Wie schaffen es Kliniken, die Nachhaltigkeit solcher erarbeiteter Prozesse sicherzustellen?

Als Industriepartner sind wir über die gesamte Laufzeit mit eigenen Projektmanagern vor Ort. So können wir in engem Austausch mit dem Kunden kontinuierlich an der Prozessqualität arbeiten. In regelmäßigen Review Meetings prüfen wir, ob die Ergebnisse mit den gesetzten Zielen übereinstimmen. Außerdem legen wir großen Wert auf Prozesstransparenz. Über digitale Tools haben unsere Kunden jederzeit schnell und einfach einen Überblick über den aktuellen Status.

Was macht nach Ihrer Erfahrung eine gute Systempartnerschaft aus?

Risikoteilung ist für unsere Kunden eine wichtige Voraussetzung, um komplexe Lösungen gemeinsam zu gestalten. Deshalb bieten wir bei Optimierungsprojekten eine erfolgsabhängige Vergütung an. Darüber hinaus achten wir auf eine möglichst ganzheitliche Prozessoptimierung. Wenn wir zum Beispiel in unserem Konzept versprechen, dass im Katheterlabor pro Tag ein Patient mehr behandelt werden kann, lassen wir uns auch an dem Ergebnis messen. Um hier erfolgreich zu sein, genügt es nicht, die Geräte zu modernisieren. Wir müssen den gesamten Prozess betrachten: Sind ausreichend Patienten da? Reicht die nachgelagerte Infrastruktur aus, um die Behandlung ohne Verzögerung fortsetzen zu können? Diese Fragen müssen wir beantworten, um die gesteckten Ziele zu erreichen. (sjw)