Ärzte Zeitung, 11.02.2005

Gute Heilungsraten bei schweren Bauchinfekten

Bei nosokomialen Infektionen ist Moxifloxacin offenbar der Standardtherapie überlegen / Studie mit 681 Patienten

WASHINGTON (hsr). Bei komplizierten intraabdominellen Infektionen ist die Moxifloxacin-Monotherapie mindestens ebenso wirksam wie die standardisierte Therapie mit mehreren Antibiotika. Besonders von der alleinigen Gabe des Mittels profitieren offenbar Patienten mit nosokomialen Infektionen.

Entsprechende Ergebnisse einer prospektiven, doppelblinden Phase-III-Studie mit 681 Patienten hat Professor Mark Malangoni auf der 44. Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy in der US-Hauptstadt Washington vorgestellt.

Die Patienten waren in der Studie je nach Schwere der Infektion in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Die 397 Schwerkranken erhielten über fünf Tage bis zwei Wochen entweder 400 mg Moxifloxacin (Avalox®) intravenös alle 24 Stunden und dann oral einmal täglich oder Piperacillin-Tazobactam 3/0,375 Gramm intravenös alle sechs Stunden und später Amoxicillin/Clavulansäure 800 mg/ 114 mg oral alle zwölf Stunden. Die klinischen und bakteriologischen Heilungsraten wurden 25 bis 50 Tage nach der Behandlung bestimmt.

Nach Angaben von Malangoni waren die Ergebnisse für beide Therapien ähnlich gut:

  • die klinischen Heilungsraten betrugen 79,7 Prozent für die Monotherapie und 78,2 Prozent für die Standardtherapie,
  • die bakteriologischen Eradikationsraten betrugen 77,9 Prozent für Moxifloxacin und 77,4 Prozent für die Mehrfachantibiose,
  • Heilungsraten bei intraabdominellen Abszessen waren: Monotherapie 76,3, Standardtherapie 77,6 Prozent,
  • bei ambulant erworbenen Infekten (Mono: 79,4, Standard: 82,5 Prozent)
  • bei Infekten durch Escherichia coli (Mono: 76,7, Standard: 76,9 Prozent).

Für Patienten mit nosokomialen Infektionen fiel die Heilungsrate unter Moxifloxacin mit 81,5 im Vergleich zu 54,8 Prozent (Standard) höher aus, ebenso bei Infekten mit Bacteroides fragilis, einem der häufigsten Keime bei intraabdominellen Infektionen (85,4 zu 72 Prozent).

Die Moxifloxacin-Therapie sei insgesamt gut vertragen worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »