Ärzte Zeitung, 09.11.2005

Bewahrt eine Rotwein-Substanz vor Alzheimer?

BETHESDA (eb). "Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben", sagte schon Wilhelm Busch. Dem Rebensaft werden gleich mehrere positive Effekte auf die Gesundheit zugesprochen.

So soll Rotwein den Blutdruck senken, vor KHK, aber auch vor Prostatakrebs schützen (wir berichteten). Forscher vom Institute for Medical Research in Manhasset im US-Staat New York, haben jetzt eine Substanz aus Rotwein isoliert, die möglicherweise vor Morbus Alzheimer schützen kann (J Biol Chem, 2005, online).

Die Substanz, das Polyphenol Resveratrol, haben die Forscher zu β-Amyloid-produzierenden Zellen in Kultur gegeben. Amyloid-Plaques im Hirn treten bei Morbus Alzheimer auf. Mit Resveratrol war die Menge an Alzheimer-Peptiden in den Zellen deutlich verringert.

Das Trinken von Rotwein reiche für einen Schutz allerdings nicht aus. Die Resveratrol-Konzentration im Wein läge weit unter denen der Zellkulturversuche. Die Forscher wollen nun die molekularen Mechanismen der Wirkung von Resveratrol auf die Amyloid-Synthese untersuchen. Sie sehen darin einen Ansatz für Medikamente gegen Alzheimer.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »