Ärzte Zeitung, 19.11.2007

Mini-Ultraschallgerät für den Notfall

Tragbare Sonografiegeräte erleichtern den Praxisalltag / Das kleinste wiegt weniger als ein Kilo

DÜSSELDORF (nsi). Ultraschallgeräte werden immer kleiner und leistungsstärker. Davon profitieren vor allem Notfallmediziner und niedergelassene Ärzte: Sie können die Geräte überall hin mitnehmen.

 Mini-Ultraschallgerät für den Notfall

Hat die Größe eines Taschencomputers: das Ultraschallgerät Acuson P10.

Foto: sbra

Es ist das kleinste Ultraschallgerät der Welt, passt in jede Mantel- oder Arztkitteltasche und ist für den akuten Notfall gedacht: das Acuson P10, das Siemens Medical Solutions bei der Medica vorgestellt hat. Mit dem fest installierten Breitbandschallkopf lässt sich rasch klären, ob Patienten etwa in einem lebensbedrohlichen Zustand sind und ob zum Beispiel ein Aortenaneurysma vorliegt.

Das Gerät ist so klein wie ein elektronisches Notizbuch, hat einen aufklappbaren Flüssigkeitskristall-Monitor und wiegt nur 700 Gramm. Der Akku hält eine Stunde, der Speicherchip ist von jedem PC mit Kartenleser lesbar. Kosten: etwa 8000 Euro netto. "Mit dem Breitbandschallkopf lassen sich keine Gefäßuntersuchungen machen", sagt ein Firmensprecher. "Wir entwickeln jetzt einen austauschbaren, linearen Schallkopf für die Gefäßdiagnostik."

Eine hohe Prozessorleistung und damit eine Bildqualität, die der moderner Standgeräte entspricht, liefern etwas größere tragbare Ultraschallgeräte für 15 000 bis 50 000 Euro. Zielgruppe sind ebenfalls Notfallmediziner, Anästhesisten, aber auch niedergelassene Ärzte, die in Altenheimen oder als Fachärzte bei Kollegen eine entsprechende Diagnostik anbieten.

Ein neues tragbares Gerät ist der M-Turbo des Unternehmens SonoSite. Auch hier gibt es einen Breitbandschallkopf mit mehreren Frequenzen, zum Beispiel für abdominelle Untersuchungen, aber zusätzlich sechs weitere Schallköpfe, zum Beispiel zur Untersuchung des Nervensystems, des Herzens, der weiblichen Geschlechtsorgane sowie der Blutgefäße. 3,5 kg wiegt das moderne Ultraschallgerät.

Schallköpfe und Bildgebungsalgorithmen sind so ausgerichtet, dass der Arzt ohne spürbare Zeitverzögerung die Einstellungen wechseln kann, zum Beispiel zum Farbdoppler. Das Sonografie-Gerät kann auch ein Standgerät ersetzen. Kosten: ungefähr 35 000 Euro.

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