Ärzte Zeitung, 15.02.2008

Leberzellen zu Stammzellen umprogrammiert

WASHINGTON (dpa). Japanische Forscher haben Leber- und Magenzellen zu einer Art embryonaler Stammzellen zurückprogrammiert. Mäuse, denen diese Zellen eingepflanzt wurden, erkrankten nicht wie bei früheren derartigen Versuchen an Krebs.

Zugleich zeigten die neuen Zellen so viele Eigenschaften embryonaler Stammzellen wie keine auf diese Weise umgewandelten Zellen zuvor. Die Gruppe um Dr. Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto hat ihre Arbeit in der Fachzeitschrift "Science" online vorab veröffentlicht. Es ist bereits die dritte wegweisende Studie zur Rückprogrammierung von Körperzellen dieser Gruppe innerhalb von nur drei Monaten.

Die Bedeutung dieser so genannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte der Entwicklungsbiologe Professor Michael Kessel vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Die Arbeit mit embryonalen Stammzellen werde nun jedoch keinesfalls überflüssig: "Solche Forschung können nur diejenigen machen, die mit embryonalen Stammzellen als Referenzzellen arbeiten", sagte Kessel.

Topics
Schlagworte
Allgemeinmedizin (27389)
Krankheiten
Krebs (5184)
Personen
Shinya Yamanaka (34)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »