Ärzte Zeitung, 01.12.2008
 

"3D-Bilder liefern leicht zu interpretierende Informationen"

Professor Andreas Franke, Kardio-loge von der Medizinischen Klinik II im KRH Klinikum Siloah in Hannover, hat die Etablierung der 3D- echokardiografischen Kontrolle von katheterinterventionellen Verfahren zum Verschluss von Septumdefekten und PFO entscheidend vorangetrieben. Welche Vorteile er in dem neuen Verfahren sieht, erläuterte der Chirurg bei einer Veranstaltung des Unternehmens Philips Healthcare in Hannover.

"3D-Bilder liefern leicht zu interpretierende Informationen"

Ärzte Zeitung: Was bietet die dreidimensionale TEE im Vergleich zur zweidimensionalen TEE und zu transthorakalen Untersuchungen?

Professor Andreas Franke: Bei der transthorakalen Echokardiografie wird das Ultraschallbild durch Rippenknochen und Fettgewebe überlagert, außerdem liegt der Patient in Rückenlage, was für minimal-invasive Eingriffe im Katheterlabor hinderlich ist. Bereits die 2D-TEE war deshalb eine Innovation und liefert bei ruhiger Sondenlage eine gute Bildqualität. Durch Miniaturisierung der Technik sind nun 3D-Aufnahmen möglich, die besonders für minimal-invasive Eingriffe wertvolle Zusatzinformationen liefern. So ist zum Beispiel die Mitralklappe vom linken Vorhof und von der linken Kammer aus zu sehen.

Wir setzen die 3D-Bildgebung mittlerweile bei vielen katheterinterventionellen Eingriffen in Kombination mit dem Röntgen ein. Ich bin mir sicher, dass der kombinierten Bildgebung, also TEE plus Röntgen oder auch TEE plus MRT, die Zukunft gehört, weil die Eingriffe damit schneller und sicherer werden.

Ärzte Zeitung: Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit der 3D-TEE?

Franke: Mit meinem Team am Universitätsklinikum Aachen hatte ich das 3D-TEE bereits häufig im Katheterlabor eingesetzt, bevor ich dieses Verfahren jetzt auch in Hannover etablieren konnte. Die kleine 3D-Sonde wird im Routinebetrieb eingesetzt, sie kann bei Bedarf aber auch sämtliche 2D-Bilder liefern, was etwa im Rahmen von Nachsorgeuntersuchungen und bei bestimmten diagnostischen Fragestellungen ausreichen kann. Das Umschalten ist einfach, ebenso wie die ganze Handhabung des Gerätes. Die 3D-Bilder können gedreht werden und liefern so ein Maximum an Informationen in hervorragender Bildqualität.

Ärzte Zeitung: Wo sehen Sie die wesentlichen Einsatzgebiete für die 3D-TEE?

Franke: Bei allen miminal-invasiven Eingriffen am Herzen liefern die 3D-Aufnahmen schnelle und leicht zu interpretierende Informationen. Diese werden besonders bei komplexen Eingriffen an den Mitralklappen sowie beim Verschluss von größeren Septumdefekten dringend benötigt. Aber auch aufwändige elektrophysiologische Untersuchungen und Therapiemaßnahmen unter Verwendung mehrerer Katheter können sehr gut unter 3D-Kontrolle durchgeführt werden. (grue)

Zur Person

Professor Andreas Franke ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Krankenhaus Siloah in Hannover. Schwerpunkte der Klinik sind etwa die invasive und nichtinvasive Kardiologie und Angiologie sowie die Elektrophysiologische Diagnostik.

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