Ärzte Zeitung, 15.12.2008

Viele Patienten erreichen Zielwerte für das LDL nicht

DÜSSELDORF (ab). Die lipidsenkende Therapie wurde in Deutschland deutlich verbessert. Trotzdem sind zwei Drittel der Patienten mit besonders hohem kardiovaskulärem Risiko ungenügend eingestellt, wie bei einer Veranstaltung des Institutes für Herzinfarktforschung Ludwigshafen in Düsseldorf deutlich geworden ist.

Es ist seit langem bekannt, dass LDL-Cholesterin einer der wichtigsten Herzinfarkt-Risikofaktoren ist. Bekannt sind auch die vielen medikamentösen Therapiemöglichkeiten, die den Cholesterinspiegel senken können. Doch trotz des ganzen Wissens und Könnens scheint es an der Umsetzung zu scheitern. "Das Therapieziel wird trotz Behandlung nur von 21 Prozent der Patienten mit besonders hohem kardiovaskulärem Risiko erreicht", stellte Professor Jochen Senges fest.

Wie tief das Cholesterin gesenkt werden soll, richtet sich nach dem individuellen Risiko. Je nach Gesundheitszustand der Patienten wird ein Zielbereich für die Cholesterinwerte definiert. Die Höhe dieser Messlatte hängt von verschiedenen Risikofaktoren ab, zum Beispiel Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck oder ein erlittener Herzinfarkt.

Das Hauptproblem der mangelnden Therapieerfolge stellt einerseits die Compliance dar, so die Experten der Uni Heidelberg. Vielen Patienten sei gar nicht bewusst, wie wichtig Kontrollen der Cholesterinwerte und die regelmäßige Einnahme der Medikamente ist. Häufig seien das auch Ärzte, die nach der Verschreibung der Präparate keine weitere Therapiekontrollen durchführen.Patienten, deren Cholesterinspiegel trotz Therapie hoch ist, sind weiterhin risikogefährdete Herzinfarkt- und Schlaganfallkandidaten.

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