Ärzte Zeitung, 02.03.2010

KVen wollen nachträglich mehr Honorar für Impfung

Selbstverwaltung in NRW wendet sich ans Ministerium

DORTMUND (iss). Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) will gemeinsam mit der KV Nordrhein beim Landesgesundheitsministerium nachträglich eine höhere Vergütung für die Schweinegrippe-Impfung erwirken.

KVen
wollen nachträglich mehr Honorar für Impfung

Viele haben das Honorar von 5,20 Euro als Hohn empfunden. © OutStyle / fotolia.com

Das kündigte der zweite Vorsitzende der Dr. WolfgangAxel Dryden auf der Vertreterversammlung an. "Der finanzielle Aufwand des Landes war nicht so hoch wie befürchtet, die finanziellen Belastungen der Praxis waren höher, als das Land es eingeschätzt hatte", sagte Dryden. Es habe eine große Bereitschaft der Haus-, Kinder- und Frauenärzte gegeben, an der Impfaktion teilzunehmen. Das für Nordrhein-Westfalen ausgehandelte Honorar von 5,20 Euro hätten viele als Hohn empfunden. So hätten sich die Ärzte aufgrund der widersprüchlichen Meldungen über die Schweinegrippeimpfung in ihren Praxen einer Generaldebatte über das Impfen ausgesetzt gesehen. Der enorme Beratungsbedarf müsse berücksichtigt werden, sagte Dryden. Eines ist für ihn klar: "Ohne die Hausärzte wäre es nicht gegangen."

In Westfalen-Lippe haben sich 2439 Ärzte an der Impfung beteiligt, sie nahmen 452 090 Impfungen vor. Insgesamt flossen dafür 2,35 Millionen Euro an Honorar.

Anhand der Abrechnungsdaten analysiert die KVWL zurzeit, wie hoch der Mehrbedarf in den Praxen ist. Zeigen die Daten eine deutliche Morbiditätsbelastung, werde die KV mit den Kassen über eine entsprechende Aufstockung des Honorars verhandeln, kündigte Dryden an.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »