Ärzte Zeitung online, 01.10.2010

Laserlicht zaubert maßgeschneiderte Implantate

DÜSSELDORF (eb). Schweißen, schneiden, polieren - mit Laserlicht lassen sich maßgeschneiderte Implantate herstellen. Neue Laserverfahren werden im November auf der Messe Compamed in Düsseldorf vorgestellt.

Laserlicht zaubert maßgeschneiderte Implantate

Biodegradierbares Schädelimplantat, mittels moderner Lasertechnik hergestellt.

© Fraunhofer-Institut für Lasertechnik

Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT präsentiert auf der Internationalen Fachmesse für Komponenten, Vorprodukte und Rohstoffe für die medizinische Fertigung (Compamed) ein laserbasiertes Verfahren zur Herstellung maßgeschneiderter Implantate. Zudem zeigen die Experten dem Fachpublikum ein Verfahren zum abzeichnungsfreien Laser-Kunststoffschweißen medizinischer Komponenten sowie zum Laserpolieren von Metall, teilt das Institut mit. Zu besichtigen sind die Implantate auf dem IVAM Gemeinschaftsstand H 19.1 in Halle 8a. Gefertigt wurden sie mit Selective Laser Melting (SLM), einem generativen Laserfertigungsverfahren. Durch das interkonnektive Porensystem weisen diese Implantate aus Trikalziumphosphat ein verbessertes Einwachsverhalten von Gefäßen und Bindegewebszellen auf. Auch poröse Implantate aus einer Titan-Legierung, mit SLM hergestellt, werden gezeigt.

Ein weiteres Einsatzgebiet des Lasers in der Medizintechnik ist das Polieren von Metall. Dabei schmilzt der Laserstrahl die Oberfläche bis etwa 5 Mikrometer tief an. Die Oberflächenspannung sorgt dafür, dass das flüssige Metall gleichmäßig verläuft und geglättet erstarrt. Interessant ist dieses Verfahren für alle medizinischen Komponenten mit metallischer Oberfläche, die einer äußerst geringen Rauheit bedürfen. Beispiele solcher Bauteile können sich Hersteller auf dem IVAM-Stand ansehen.

Für medizintechnische Produkte aus Kunststoff stellt das Fraunhofer ILT ein effizientes Schweißverfahren vor. Mit dem TransTWIST-Verfahren (Transmission Welding by an Incremental Scanning Technique) können zwei transparente Fügepartner im Überlapp mittels Laserstrahlung ohne Zusatz von Absorbern miteinander verbunden werden. Im Gegensatz zum konventionellen Laserschweißen entfallen aufwändige Vorbehandlungen. Der Endanwender spart Zeit und Kosten. Haupteinsatzgebiete sind die Medizintechnik, insbesondere die Mikrofluidik.

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