Ärzte Zeitung, 21.02.2006

Hunderte Vermißte auf Philippinen

Retter suchen weiter nach Überlebenden nach dem Erdrutsch in der Provinz Leyte

MANILA (dpa). Drei Tage nach dem verheerenden Erdrutsch auf den Philippinen suchen die Rettungsmannschaften noch nach mehr als 900 Vermißten. Über 1000 Helfer hätten gestern in dem Dorf Guinsaugon in der Provinz Süd-Leyte ihren Einsatz fortgesetzt, hieß es.

Obwohl in den zwei Tagen davor niemand mehr lebend aus den Schlammassen gerettet werden konnte, hoffen die Helfer weiter, Überlebende zu finden. Zumindest schwache Hoffnung war gestern aufgekeimt, doch noch Überlebende zu finden.

An einer Stelle, wo eine mit 250 Schülern und Lehrern verschüttete Grundschule vermutet wird, seien "rhythmische Klopfzeichen" registriert worden, sagte der Chef des Rettungsteams der Küstenwache, Oberleutnant Ted Esguerra, gestern.

Er zeigte sich jedoch nicht sehr optimistisch, in Guinsaugon tatsächlich auch Menschen lebend bergen zu können, da es weiterhin stark regne. Das Erdreich sei deshalb immer noch sehr weich und weiterhin in Bewegung. Gestern hatten die Katastrophenschutzbehörden die Zahl der Vermißten noch immer mit mehr als 1300 angegeben.

Nach Einschätzung eines Rot-Kreuz-Mitarbeiters betrug bereits 24 Stunden nach dem Erdrutsch die Chance, noch auf Überlebende zu stoßen, nur noch zehn Prozent. Nach Angaben vom Samstag entkamen 635 der etwa 3000 Einwohner des Dorfes der Katastrophe.

Auch deutsche Helfer sind im Katastrophengebiet im Einsatz. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gestern mitteilte, sind Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit bei der Trinkwasserversorgung und der Soforthilfe tätig. Das AA habe 50 000 Euro aus dem Topf für die humanitäre Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »