Ärzte Zeitung, 23.02.2007

Verpflanzte Niere - Blutdruck besser 24 Stunden messen

MÜNCHEN (wst). Nach einer Nierentransplantation hängen Überleben des Transplantats und die Prognose der Patienten entscheidend vom Blutdruck ab. Die ambulante 24-h-Blutdruckmessung (ABDM) ist dabei zuverlässiger als in der Sprechstunde punktuell gemessene Werte. Die ABDM gehört daher zur Therapiekontrolle.

Diesen Schluss zieht die Arbeitsgruppe um Professor Günter Stein von der Universität Jena aus einer Studie. In der Studie hatten Stein und seine Kollegen 104 Patienten, die nach einer Nierentransplantation meist antihypertensiv behandelt wurden, fünf Jahre nachuntersucht. Die Daten haben sie bei der Hochdruckliga-Tagung in München vorgestellt.

Anhand von ABDM-Kontrolluntersuchungen fanden die Forscher heraus, dass die regelmäßigen Praxisblutdruckmessungen nur mit einer Sensitivität von 50 bis 70 Prozent einen durch die ABDM ermittelten Hochdruck detektieren konnten. Ein weiteres Ergebnis der Studie war: Bei anhand ABDM normoton eingestellten Patienten mit einem Tagesmittelwert unter 135 / 85 mmHg korrelierte die Blutdruckhöhe nicht mit der über die Kreatininclearance erfassten Nierenfunktion. Daraus folgern die Nephrologen: Unterhalb der Normgrenze scheint eine weitere Blutdrucksenkung nicht erforderlich zu sein.

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