Ärzte Zeitung, 18.05.2007

KOMMENTAR

Aufgabe für Ärzte, nicht für Politiker

Von Florian Staeck

Soll die Zahl der Organspenden gesteigert werden, so ist dies zu allererst eine innerärztliche Herausforderung. Dies ist die Botschaft des Deutschen Ärztetags in Münster. Der Ruf nach dem Gesetzgeber wäre kurzsichtig, denn die Grundlagen des seit zehn Jahren geltenden Transplantationsgesetzes haben sich bewährt: Unentgeltlichkeit der Spende und die Nachrangigkeit der Lebendspende sind nur zwei Stichworte.

Was dem Anliegen dagegen nicht Rechnung trägt, ist eine verkürzte Debatte, wie sie nach den jüngsten Vorschlägen des Nationalen Ethikrates entbrannt ist. Dabei wurde die differenzierte Stellungnahme des Rates in der öffentlichen Debatte unangemessen zugespitzt: Soll es dabei bleiben, dass die Angehörigen der Organspende eines Gestorbenen zustimmen müssen (erweiterte Zustimmungslösung), oder sollen künftig Bürger zu Lebzeiten einer Organspende nach ihrem Tod im Voraus widersprechen? Der Ärztetag hat deutlich gemacht, dass dies die falsche Baustelle ist. Nicht Politiker, sondern allen voran Ärzte müssen Antreiber für eine höhere Bereitschaft zur Organspende sein - etwa durch bessere Meldung potenzieller Spender in Kliniken.

Lesen Sie dazu auch:
Ärztetag sieht Kampf für mehr Organspenden als eigene Aufgabe
Ärztetag lehnt neue Regeln für Transplantationen ab
Haben Ärzte bisher alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen?

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