Ärzte Zeitung online, 20.06.2008

Mediziner kritisiert "Grünes Prüfsiegel" für Schönheitschirurgen

BERLIN (dpa). Schönheitschirurgen streiten sich darum, wie die Qualität ihres Faches gesichert werden kann. Die Einführung eines vorgeschlagenen "Grünen Prüfsiegels" würde lediglich weitere Verwirrung stiften und selbst ernannten Schönheitschirurgen den Weg ebnen.

Es sei außerdem überflüssig, da es bereits eine staatlich geprüfte Qualität im Zuge der Facharztweiterbildung gebe, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), Professor Günter Germann, am Freitag in Berlin.

Professor Werner Mang, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin, hatte sich dagegen für ein "Grünes Prüfsiegel" ausgesprochen, das für Ärzte gedacht sei, die feste Standards einhalten und eine entsprechende Ausbildung nachweisen könnten.

DGPRÄC-Präsident Germann erläuterte, dass die Begriffe wie "Schönheitschirurg", "ästhetischer Chirurg" oder "kosmetischer Chirurg" nicht geschützt seien. Anders sei dies beispielsweise bei der Berufsbezeichnung "Plastischer und Ästhetischer Chirurg", bei der die Mediziner alle eine entsprechende sechsjährige Weiterbildung absolviert haben müssten. Auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Mund- Kiefer-Gesichtschirurgen könnten bereits jetzt nach zweijähriger Weiterbildung die Zusatzqualifikation "Plastische Operationen" erwerben und seien damit für Eingriffe im Bereich des Kopfes qualifiziert.

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