Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

Lebensretter mit der eigenen Leber: Organspende der Mutter rettet Baby

HEIDELBERG (dpa). Vier Monate nach ihrer Geburt verdankt die kleine Ashviny ihrer Mutter zum zweiten Mal ihr Leben: Weil die 24-Jährige ihrer Tochter einen Teil ihrer Leber spendete, konnte das Kind gerettet werden.

Heidelberger Ärzte behoben durch die Transplantation eine lebensbedrohliche Fehlbildung der Galle, teilte die Universitätsklinik am Donnerstag mit. Jedes 5000. Neugeborene leidet den Angaben zufolge an einer derartigen Fehlbildung, bei der keine Gallenwege angelegt sind. Unbehandelt führt sie innerhalb weniger Monate zum Tod. Bei Ashviny verlief die Operation vor etwa zwei Monaten jedoch erfolgreich und die Kleine ist bereits seit einiger Zeit wieder zu Hause, berichtete ihr Arzt Professor Jan Schmidt.

Das Mädchen hatte laut Klinik Glück, dass ihre Eltern noch vor ihrer Geburt aus dem Bürgerkriegsgebieten Sri Lankas nach Deutschland geflüchtet waren. Dadurch habe das Baby unmittelbar nach der Diagnose behandelt werden können, hieß es. Bei Untersuchungen von Blutgruppe und Anatomie der Leber habe sich die Mutter als geeignete Spenderin erwiesen. Zeitgleich wurden Mutter und Tochter dann von zwei Teams operiert.

Nach Angaben von Schmidt wird jährlich in Deutschland rund 100 Kindern eine Leber transplantiert. In 10 bis 20 der Fälle würden Babys operiert - was ein deutlich höheres Risiko birgt. "Dafür erholen sich Kinder aber sehr schnell", erklärte Schmidt. "Es ist eine Freude zu sehen, wie schnell sie sich regenerieren."

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