Ärzte Zeitung online, 28.05.2010

Jugendgewalt führt zu mehr Gesichts-Operationen

MÜNCHEN (dpa). Zunehmende Gewalt vor allem unter Jugendlichen in Großstädten endet immer öfter auf dem Operationstisch. "Es gibt immer mehr Kieferbrüche und Mittelgesichtsfrakturen", sagte der Chirurg Stefan Haßfeld vom Klinikum Dortmund am Donnerstag zum 60. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMGK) in München.

Die Ursachen für plastische Operationen hätten sich im Laufe der Zeit gewandelt. Die Hälfte aller in der Dortmunder Klinik operierten Brüche im Gesicht sei auf Gewalt zurückzuführen. "Da wird auch schon mal zum Baseballschläger gegriffen", sagte Haßfeld. "Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem."

Zugenommen hätten auch chirurgische Eingriffe aufgrund von Freizeit- und Sportunfällen. Aber auch positive Veränderungen habe es in den vergangenen Jahren in der Unfallchirurgie gegeben, sagte Elmar Esser von der DGMGK. "Wir hatten vor Einführung des Airbags völlig andere Verletzungen beim Verkehr, der Patient schlug meist gegen die Frontscheibe und hatte massivste Verletzungen des Mittelgesichtes." Mit den verbesserten Sicherheitsmaßnahmen in der Autoindustrie seien Verletzungen dieser Art stark zurückgegangen. "Die große Verkehrstraumatologie ist eigentlich vom Markt", fügte Esser hinzu.

Der DGMGK stellte auf der Konferenz auch chirurgische Erfolge wie die erste Komplettimplantation eines Titan-Unterkiefers samt Kiefergelenken vor. Zudem wurde der neue Master-Studiengang "Ästhetische Gesichtschirurgie" an der Universität Witten/Herdecke vorgestellt. Ziel sei es die fachliche Qualifikation der Ärzte und die bessere Aufklärung von Patienten voranzutreiben.

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