Ärzte Zeitung online, 02.02.2009

Gesundheitsrisiko: EU-Behörde rät zu weniger Vitamin A im Tierfutter

ROM (dpa). Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA empfiehlt eine Reduzierung von Vitamin A im Futter für Masttiere. Der aktuell gültige Grenzwert könne für einen kleinen Teil der europäischen Bevölkerung zu gesundheitlichen Risiken führen, berichtete die Behörde am Montag im italienischen Parma.

Vitamin A (Retinol) aus dem Tierfutter gelangt über Lebensmittel tierischen Ursprungs auch zum Verbraucher. Während eine Mindestzufuhr von Vitamin A lebenswichtig ist, kann eine zu hohe Menge etwa zu Missbildungen bei ungeborenen Kindern führen und steht außerdem in Verdacht, die Knochendichte zu verringern.

Vitamin A wird Futtermitteln zugesetzt, um den Nährstoffbedarf der Tiere zu decken. Vor allem Leber und Milchprodukte seien dadurch für Menschen Hauptquellen für Vitamin A tierischen Ursprungs, berichtete die EFSA. Für die wichtigsten Masttiere Schweine, Rinder und Geflügel empfiehlt die Behörde eine Senkung der Vitamin-A-Grenzwerte im Futter - für Mastschweine sogar einer Halbierung.

Die für Menschen gesundheitlich tolerierbare tägliche Retinol-Menge liegt bei 3000 Mikrogramm. Diese Menge gilt auch für Schwangere als unbedenklich. Menschen mit erhöhtem Osteoporose- und Knochenbruchrisiko - insbesondere Frauen nach der Menopause - rät die EFSA jedoch, die Retinol-Aufnahme auf maximal 1500 Mikrogramm am Tag zu beschränken, solange keine neuen Erkenntnisse zum Einfluss auf die Knochendichte vorliegen.

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