Ärzte Zeitung, 21.06.2005

Unicef fordert für Flüchtlinge mehr Schutz vor sexueller Ausbeutung

UN-Kommissar lobt am Weltflüchtlingstag den Mut der aus ihrer Heimat Vertriebenen

KÖLN (dpa). Frauen und Mädchen auf der Flucht brauchen nach Aussage von Unicef weltweit mehr Schutz vor sexueller Ausbeutung und Gewalt.

Flüchtlinge in der Region Ituri im Nordosten Kongos. Weltweit sind etwa 9,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Foto: dpa

Aus Anlaß des Weltflüchtlingstages kritisierte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gestern in Köln, in vielen Konflikten der Gegenwart würden Vergewaltigungen gezielt als Kriegswaffe eingesetzt. Überall auf der Welt seien Mädchen und Frauen in Flüchtlingslagern sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

Unicef fordert, daß die Sicherheitsmaßnahmen in den Lagern verschärft werden und daß der internationale Strafgerichtshof systematische Vergewaltigungen als Kriegsverbrechen verfolgt. Zudem will das Kinderhilfswerk die Beobachtung und Dokumentation aller Fälle von Vergewaltigungen und sexueller Ausbeutung in den Lagern erreichen.

Der neue UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat aus Anlaß des Weltflüchtlingstages die Courage der heimatlosen Menschen gewürdigt. "Mut" war auch das Motto dies diesjährigen Gedenktages. Guterres sprach vom "unglaublichen Mut der über 50 Millionen Flüchtlinge", die das Flüchtlingshilfswerk UNHCR in den vergangenen 50 Jahren betreut habe. Allen Widrigkeiten zum Trotz weigerten sich Flüchtlinge, die Hoffnung aufzugeben, sagte Guterres, der das Amt Anfang Juni übernommen hatte.

In 115 Ländern, darunter in einigen der konfliktreichsten Regionen der Welt, suchen 6000 UNHCR-Mitarbeiter dauerhafte Lösungen für mehr als 19 Millionen Flüchtlinge und andere schutzbedürftige Menschen.

Die Zahl der Flüchtlinge in der Welt ist 2004 um vier Prozent auf 9,2 Millionen gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit fast 25 Jahren. Doch nach der jüngsten UNHCR-Jahresstatistik stieg die Gesamtzahl der Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen - darunter auch Asylsuchende, Rückkehrer, Staatenlose und Binnenflüchtlinge - auf 19,2 Millionen gegenüber 17 Millionen im Jahr 2003.

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