Ärzte Zeitung, 23.06.2005

Immer öfter IVF durch Injektion eines Spermiums

KOPENHAGEN (ple). In Europa wird die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) inzwischen häufiger als früher zur künstlichen Befruchtung genützt als die konventionelle In-vitro-Fertilisation.

Die vermehrte ICSI-Anwendung geht aus einem Bericht hervor, der jetzt auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie in Kopenhagen vorgestellt worden ist.

Bei ICSI wird zur Befruchtung ein Spermium direkt in die befruchtungsfähige Eizelle gespritzt. Dem Bericht der EU-Gesellschaft zufolge wurden im Jahr 2002 nach Meldungen aus 24 EU-Ländern 122 000 ICSI-Behandlungen und 113 000 konventionelle IVF-Behandlungen vorgenommen. Der Anteil von ICSI an allen künstlichen Befruchtungen lag 1997 noch bei 44 Prozent, 2002 bereits bei 52 Prozent.

In Deutschland wurden 2002 nach Angaben des Deutschen IVF-Registers 37 692 von 62 306 aller Follikelpunktionen aufgrund von ICSI-Behandlungen gemacht.

Warum die Zahl der ICSI-Anwendungen steigt, ist unklar. Dr. Anders Nyboe Andersen von der Fertilisationsklinik der Universität Kopenhagen vermutet als einen von mehreren Gründen, daß die Zahl unfruchtbarer Männer steigt, auch aufgrund der verschlechterten Qualität der Spermien. Tatsache sei, daß es immer weniger Frauen gebe, die Eileiterstörungen haben und deshalb unfruchtbar sind.

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