Ärzte Zeitung, 14.07.2006

Die Sommer-Akademie - mit Tests und PunktenStreß- oder Dranginkontinenz - das ist in 30 Sekunden geklärt

Test mit drei Fragen ist einfach und treffsicher / Studie mit mehr als 300 Frauen

SAN FRANCISCO (ikr). Patienten mit einer Harninkontinenz rasch zu identifizieren und dann auch noch zwischen Belastungs (Streß) - und Dranginkontinenz zu differenzieren - das geht in 30 Sekunden mit drei Fragen. Auf der Basis des Tests kann sofort eine Therapie begonnen werden.

Zu diesem Ergebnis kommen Dr Jeanette S. Brown aus San Francisco und ihr Team. Sie ließen 301 Frauen, die seit mindestens drei Monaten inkontinent, aber noch unbehandelt waren, einen Fragebogen ausfüllen (Ann Intern Med 144, 2006, 715). Eine Harnwegsinfektion war bereits ausgeschlossen.

Die drei Fragen lauteten:

  • Haben sie in den vergangenen drei Monaten unfreiwillig Urin verloren? Bei einem "Ja" lautete die zweite Frage:
  • Passierte dies beim Niesen, Husten oder Treppensteigen oder wenn Sie dringend zur Toilette mußten, aber keine in der Nähe war? Oder passierte es in keiner solchen Situation?
  • Die dritte Frage lieferte die Diagnose: Verloren Sie den Urin überwiegend beim Niesen, Husten oder Treppenteigen (wenn ja: Belastungsinkontinenz!) oder meist, wenn Sie dringend zur Toilette mußten, aber keine in der Nähe war (wenn ja: Dranginkontinenz!)? Oder passierte es meist in keiner solchen Situation (wenn ja: andere Inkontinenzform!)?

Zusätzlich erfolgte bei allen Frauen die sonst übliche Diagnostik inklusive Beckenuntersuchung, Restharnbestimmung und Miktionsprotokoll. Etwa drei Viertel der Frauen mit Dranginkontinenz und 86 Prozent derjenigen mit Belastungsinkontinenz ließen sich allein mit dem Fragebogen-Test ermitteln.

Sowohl für Patienten mit Belastungsinkontinenz als auch bei Dranginkontinenz gibt es effektive medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien. Darum geht es heute in der Sommer-Akademie der "Ärzte Zeitung".

Besuchen Sie die Sommer-Akademie >>>

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »