Ärzte Zeitung online, 02.10.2008

Hilfe für Frühgeborene - ab heute Expertentreffen in Würzburg

WÜRZBURG (dpa). In Deutschland kommen etwa 60 000 Kinder jedes Jahr zu früh auf die Welt. Wie die Risiken für die Frühchen - darunter Lungenerkrankungen, Schäden an den Augen oder Infektionen - möglichst gering gehalten werden können, darüber beraten Mediziner von Donnerstag an auf einem Kongress in Würzburg.

Als Frühgeburt gelten Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen - normal sind 40 Wochen. Das sind in Deutschland jährlich knapp zehn Prozent aller Geburten.

Von der 24. Woche an kommen die meisten Frühchen durch. Selbst Kinder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm können nach Ansicht von Fachleuten überleben. Kinder, die weniger als 22 Wochen im Mutterleib waren, haben hingegen kaum eine Überlebenschance. Die Phase dazwischen ist eine Grauzone: Viele Frühchen, die zwischen der 22. und der 24. Woche zur Welt kommen, haben bleibende Schäden. Häufig sind Lunge, Augen, Darm oder das Gehirn betroffen.

Hauptthema des internationalen Kongresses ist nach Angaben des Veranstalters, der Universität Würzburg, die bestmögliche Versorgung der Hochrisiko-Frühgeborenen im Kreißsaal und auf der Intensivstation. 42 Neugeborenen-Mediziner und Wissenschaftler aus Amerika, Australien, Asien und Europa stellen ihren gut 700 erwarteten Kollegen die neuesten Konzepte vor. Bis zum 4. Oktober wollen sich die Experten aus 54 Ländern der Frühchen-Gesundheit in Workshops und Vorträgen annehmen.

Infos zu Tagung: www.recent-advances.de

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