Ärzte Zeitung, 21.04.2009

Unionspläne zu Abtreibungen stoßen auf scharfe Kritik

Pro Familia befürchtet mehr Abbrüche im Ausland

BERLIN (ble). Vertreterinnen von Pro Familia, Arbeiterwohlfahrt und Deutschem Ärztinnenbund haben sich in Berlin in scharfer Form gegen strengere Regelungen zur medizinischen Indikation bei Abtreibungen gewandt. Hintergrund ist eine Initiative aus der Mitte der Union zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes; diese sieht eine Beratungspflicht, die Einführung einer dreitägigen Bedenkzeit für die Frau und eine Meldepflicht von Ärzten vor.

Eine Meldepflicht werde zu einer sinkenden Zahl von Ärzten führen, die Indikationen stellen oder die Abbrüche vornehmen - und damit zu einer Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen im Ausland, so Pro-Familia-Vize Ulla Ellerstorfer. Für die betroffenen Frauen werde dies mit hohen seelischen und körperlichen Strapazen und Risiken verbunden sein, warnte sie.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Familienausschuss des Bundestags in einer Anhörung mit dem Thema.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »