Ärzte Zeitung online, 14.05.2009

Freispruch im Prozess um Vernichtung von Embryos

BERLIN (dpa). Erstmals hat sich ein Gericht mit einem Verstoß gegen das 1990 erlassene Embryonenschutzgesetz beschäftigt. Ein Frauenarzt, der in seiner Praxis Embryonen mit genetischen Auffälligkeiten vernichtet hatte, ist vom Berliner Landgericht freigesprochen worden. Nach Überzeugung der Strafkammer wollte der Arzt Paaren zu einem gesunden Kind verhelfen.

Der 46 Jahre alte Mediziner hatte bei Untersuchungen genetische Defekte an Embryonen entdeckt und die befruchteten Eier auf Wunsch von drei Frauen nicht eingepflanzt. Bei allen Paaren bestand ein hohes Risiko für genetische Schäden bei den Kindern.

Die Staatsanwaltschaft sah bereits in der Untersuchung der befruchteten Eier einen Verstoß gegen das Embryonenschutzgesetz. Der Schutz der Embryonen vor Manipulationen habe eindeutig Vorrang, argumentierte die Anklägerin. Die Frau könne abtreiben oder auf eigene Kinder verzichten. Nach Angaben des Arztes bestand ein hohes Risiko für Fehl- oder Totgeburten.

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