Ärzte Zeitung online, 15.06.2009

Britische Ärzte verwechseln Embryonen

LONDON(dpa). Britischen Ärzten sind bei zwei künstlichen Befruchtungen Fehler im Labor unterlaufen. Im ersten Fall in der Universitätsklinik Wales in Cardiff wurden Embryonen verwechselt. Ihr Embryo sei vor zwei Jahren irrtümlich in die Gebärmutter einer anderen Frau gepflanzt worden, sagten die Eltern dem Boulevardblatt "Sunday Mail".

Als die Ärzte den Fehler bemerkten, hätten sie der Patientin eine Abtreibungspille gegeben, die die Schwangerschaft beendete, hieß es in dem Bericht. Für das Paar sei der falsch eingepflanzte Embryo die letzte Möglichkeit gewesen, ein zweites Kind zu bekommen. Die Klinik habe sich für den Fehler entschuldigt und wolle eine Entschädigung zahlen.

In einem zweiten Fall hat laut dem Bericht eine weiße, nordirische Frau einen dunkelhäutigen Jungen zur Welt gebracht. Ihr Sohn ist heute zehn Jahre alt. Nach Angaben der Zeitung war dies die erste Panne bei Reagenzglas-Befruchtungen in Großbritannien. Die Eltern wollen nun die Gesundheitsbehörden verklagen, weil der Fehler im Labor beinahe ihre Familie zerstört habe. "Wir können nicht das Haus verlassen, die Leute starren uns nur an", sagte der 47-jährige Mann. "Meine Frau wurde gefragt, ob sie eine Urlaubsaffäre mit einem Inder gehabt hätte. Öffentlich nimmt sie das gelassen hin, aber privat weint sie oft." In Großbritannien gehen 1,7 Prozent aller Geburten auf künstliche Befruchtungen zurück.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Regierung will faire Kassen-Wahl

16:51 UhrBundesgesundheitsminister Spahn wünscht mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Mit einem neuen Gesetz will er das AOK-System umkrempeln. mehr »

Masern-Impfpflicht im Gespräch

Wird die Masern-Impfung bald Pflicht in Deutschland? Laut SPD befindet sich eine solche Vorlage in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Die Grünen sind skeptisch. mehr »

Wut und Ärger können Schlaganfälle begünstigen

Menschen, die sich häufig aufregen, sind gefährdeter für Schlaganfälle, zeigen Studien. Das gilt aber nicht für alle. Es spielt womöglich der Status eine Rolle, so eine Analyse. mehr »