Ärzte Zeitung online, 10.09.2009
 

Zahl der Abtreibungen weiter rückläufig

WIESBADEN (dpa). Immer weniger Schwangere in Deutschland lassen abtreiben. Im zweiten Quartal dieses Jahres entschieden sich 27 800 Frauen für einen Abbruch ihrer Schwangerschaft. Im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 5,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete.

Bereits im ersten Quartal dieses Jahres waren im Vorjahresvergleich 3,8 Prozent weniger Abbrüche gezählt worden - und im gesamten vergangenen Jahr hatte es mit 114 500 Fällen so wenig Abtreibungen wie noch nie seit der neuen gesetzlichen Regelung 1996 gegeben. Damit zeichnet sich für 2009 erneut ein Tiefstand ab.

Noch nicht einmal mehr jede zwanzigste Frau, die abtreiben lässt, ist minderjährig. In der Gruppe der unter 18-Jährigen gab es im zweiten Quartal 12 Prozent weniger Abtreibungen. Der weitaus größte Teil der Fälle ist bei jungen Erwachsenen zu verzeichnen: Etwa drei von vier Frauen (73 Prozent), die im April, Mai oder Juni dieses Jahres abtreiben ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt. 15 Prozent sind 35 bis 39 Jahre alt, 8 Prozent 40 Jahre und älter. Mehr als jede zweite Frau (60 Prozent), die sich für eine Abtreibung entschied, hat schon ein Kind. Diese Berechnung gilt nur für die Summe aller Frauen, nach Altersgruppen wird nicht unterschieden.

Der weitaus größte Teil (97 Prozent) der Frauen entscheidet sich für die Abtreibungen nach der sogenannten Konfliktberatung. Nur drei Prozent der Abbrüche werden aus medizinischen Gründen vorgenommen oder weil die Frauen Opfer einer Vergewaltigung waren.

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