Ärzte Zeitung, 14.10.2016

Grippezeit

"Impfung ist die wichtigste Schutzmaßnahme"

Das RKI ruft zum Piks auf: Denn der beste Zeitraum für die Grippeimfpung ist Oktober/November. Wir sagen, worauf es dabei ankommt - etwa wenn es zur Impfung Schwangerer kommt.

Von Wolfgang Geißel

Grippezeit

Bald beginnt die Grippezeit. Das RKI ruft zum Schutz zur Impfung auf.

© drubig-photo / fotolia.com

BERLIN. Zur Influenza-Saison appelliert das Robert Koch-Institut (RKI) jetzt an Ärzte, alle über 60-Jährigen sowie chronisch kranke Patienten gegen Influenza zu impfen und den Pneumokokken-Schutz zu aktualisieren. Um die Aufklärung zu unterstützen, hat die ständige Impfkommission (STIKO) ihre Internet-Informationen dazu auf den neuesten Stand gebracht. Klargestellt wird:

- Zur moderaten Wirksamkeit: Die Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz: Jeder kann damit aber sein persönliches Risiko für Influenza erheblich verringern. Bei Geimpften verläuft eine Erkrankung zudem in der Regel milder und ohne Komplikationen.

- Zur Impfung Schwangerer: Diese sind für virale Erreger wie Influenzaviren empfänglicher als andere Frauen, was schwere Krankheitsverläufe begünstigt. Neugeborene profitieren von der Impfung der Mütter, weil über die Plazenta Antikörper an das Kind weitergegeben werden.

Die verwendeten Totimpfstoffe sind grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere wird die Impfung dennoch erst ab dem 2. Trimenon empfohlen, um zu verhindern, dass die im ersten Trimenon häufiger auftretenden Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Frauen mit Impfindikation wegen chronischer Grunderkrankung sollten aber unabhängig vom Schwangerschaftsstadium geimpft werden.

- Zu medizinischem Personal: Dieses ist eine mögliche Infektionsquelle für Patienten, die oft wegen Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere und eventuell sogar tödliche Influenza-Verläufe haben. Die Impfung des Personals folgt daher dem ethischen Gebot, Patienten nicht zu schaden. Gleichzeitig dient sie dem persönlichen Schutz bei beruflichem Patientenkontakt.

- Zum Impfspray: Der Lebendimpfstoff für Kinder und Jugendliche ist nach Studiendaten bei 2- bis 6-Jährigen dem trivalenten Totimpfstoff überlegen. Er wurde bisher für dieses Alter präferenziell empfohlen. Nur in dieser Saison wird das Präparat jetzt als gleichwertig zum Totimpfstoff empfohlen, weil es nach aktuellen Daten gegen den zirkulierenden Stamm A/H1N1pdm2009 nur wenig wirksam ist.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »