Ärzte Zeitung, 19.04.2005

Wenn der Teddy Bauchweh hat...

In Dresden untersuchten 70 Medizinstudenten als "Teddy-Ärzte" kranke Plüschtiere

DRESDEN (dür). In der Kinderklinik des Dresdener Uniklinikums tobte dieser Tage buchstäblich der Bär. Innerhalb von drei Tagen kamen 1300 Kindergartenkinder mit ihren "kranken" Plüschtieren und Puppen, um sie hier untersuchen und behandeln zu lassen. Als "Teddy-Ärzte" gaben sich 70 Medizinstudenten alle Mühe, den großen Ansturm zu bewältigen.

Die Dresdener Medizinstudentin Christine Kühn hört den Plüschhasen eines Jungen ab. Foto: Johanna Borchardt

"Mit dem Teddykrankenhaus wollen wir Kindern ermöglichen, sich mit dem Krankenhausalltag vertraut zu machen. Für uns ist es eine gute Übung. Wir lernen, mit kleinen Patienten umzugehen und können unser Wissen praktisch anwenden", erzählt Carolin Winkel, eine der vier Initiatoren des Dresdener Teddykrankenhauses.

"Es lief super. Wir haben uns alle Mühe gegeben, medizinische Fachbegriffe verständlich zu übersetzen", sagte die Studentin im 6. Semester. Sie ist sicher, daß die Aktion dazu beiträgt, Kindern die Angst vorm Krankenhaus zu nehmen.

Viele der mitgebrachten Kuscheltiere litten laut Auskunft der Kita-Kinder an Hals- oder Bauchschmerzen, also Beschwerden, die die Kinder selbst kennen. Manche klagten aber auch über abgerissene Gliedmaßen oder kaputte Augen.

"Für solche schweren Fälle haben wir uns extra neue Geräte, Röntgenapparate und Computertomographen, gebaut, Teddygliedmaßen zum Beispiel mit Brüchen bedruckt und neue Glas-Augen besorgt", erläutert sie den Aufwand, den die Studenten im Vorfeld betrieben haben.

Mit ihren "Patienten" konnten die Kinder Aufnahme und Eingangsuntersuchung durchlaufen, bekamen die Diagnose und Therapie erklärt und wurden aus der Hausapotheke mit "Medikamenten" versorgt. Besonders schwere Notfälle wurden im Teddy-OP behandelt.

Ihre Erfahrungen schildern die Medizinstudenten auf der Homepage www.Teddykrankenhaus-Dresden.de

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