Ärzte Zeitung, 20.07.2006

Stillen mindert Schmerzen bei Neugeborenen

TORONTO (ddp.vwd). Stillen kann bei Neugeborenen Schmerzen lindern, wie sie zum Beispiel durch eine Blutabnahme verursacht werden. Das hat ein kanadisches Forscherteam herausgefunden.

Stillen könnte daher ein wirksames Mittel sein, um medizinische Maßnahmen für Babys erträglicher zu machen, schreiben Professor Prakeshkumar Shah aus Toronto und seine Kollegen ("The Cochrane Database of Systematic Reviews" 3, 2006).

Die Forscher haben Daten aus elf Studien mit 1000 Säuglingen ausgewertet. Dabei zeigte sich: Stillen linderte den Schmerz während einer Blutabnahme deutlich effektiver als wenn die Babys steriles Wasser bekamen oder wenn gar nichts geschah. Allerdings war hoch konzentriertes Zuckerwasser genauso effektiv wie Muttermilch.

Wie der schmerzlindernde Effekt des Stillens genau erfolgt, wissen die Forscher nicht. Mehrerer Faktoren könnten bedeutsam sein, so Shah, etwa der leicht süße Geschmack der Milch, zusammen mit der beruhigenden Anwesenheit der Mutter und dem angenehmen Hautkontakt.

Aufgrund der positiven Wirkung sollte das Stillen auch in der Krankenhaus- und Praxisroutine als eine Art Beruhigungsmittel eingesetzt werden, empfehlen die Forscher. Bisher würden bei ärztlichen Untersuchungen nach der Geburt in den meisten Fällen keine speziellen schmerzlindernden Mittel verwendet.

Topics
Schlagworte
Pädiatrie (8768)
Krankheiten
Schmerzen (4481)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »

Nach einem Hörsturz ist das Schlaganfallrisiko erhöht

Nach einem Hörsturz haben Patienten ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. In einer südkoreanischen Studie war dies kontinuierlich über einen elfjährigen Nachbeobachtungszeitraum festzustellen. mehr »