Ärzte Zeitung, 02.10.2006

Neue Mittel für Unterspritzung bei Harnreflux

HAMBURG (KHS). Eine mögliche Therapie bei Kindern mit angeborenem vesikorenalen Reflux besteht darin, die Mündung des Harnleiters in die Blase mit Kunststoffen zu unterspritzen. Für diese Methode haben sich neue Substanzen durchgesetzt.

Mittlerweile werden vor allem Hyaluronsäure oder Polytetrafluoroethylen verwendet, um die Öffnung des Harnleiters zu verengen und damit einen Rückstau von Urin zu vermeiden.

Darauf hat Professor Margit Fisch beim Urologie-Kongreß in Hamburg hingewiesen. Vom Kollagen sei man abgekommen, da es zu rasch resorbiert werde. Teflon wird nicht mehr benutzt, weil es im Körper wandert und dann in Organen wie Gehirn, Leber oder Lunge nachzuweisen ist.

Doch auch mit den neuen Substanzen liege die Erfolgsquote dieser Methode bei maximal 76 Prozent. Mit chirurgischen Verfahren betrage sie dagegen 96 Prozent, sagte die Urologin vom Urologischen Zentrum Hamburg. Die Belastung der Kinder sei bei der endoskopischen Unterspritzung jedoch geringer: Sie könnten noch am selben Tag nach Hause gehen. Bei einer Operation dagegen müßten sie je nach Methode noch drei bis zehn Tage in der Klinik bleiben.

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