Ärzte Zeitung, 18.05.2007

Ärztetag im Streit mit Schmidt um Vorsorgepflicht

BERLIN/MÜNSTER (HL/fst). Der Ärztetag hat am Mittwoch dafür votiert, Eltern und Behörden stärker zu Vorsorgeuntersuchungen für Kinder zu verpflichten. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dagegen lehnt eine Untersuchungspflicht ab.

Die Delegierten haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, Eltern durch ein gesetzlich verankertes Meldewesen - verbunden mit einem Erinnerungssystem, wenn die Kinder nicht zur Untersuchung kommen - zur Teilnahme zu bewegen. Schmidt dagegen hat anlässlich der Vorstellung des nun abgeschlossenen Kinder- und Jugendgesundheits-Surveys (KIGGS) Haus- und Kinderärzte sowie den Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgefordert, Kinder jährlich und systematisch in Schulen und Kindergärten zu untersuchen. Sie appellierte zudem an die Kassen, neue Vertragsmodelle zur Prävention zu entwickeln und dabei Honorarzuschläge vorzusehen.

KIGGS ist die bislang umfassendste epidemiologische Studie zum Gesundheitsstatus von
Kindern und Jugendlichen. Mit fast 18 000 Teilnehmern war es möglich zu zeigen, dass sich
nahezu alle Gesundheitsprobleme (außer Allergien) auf gesellschaftliche Problemgruppen konzentrieren. So haben etwa 14 Prozent aller Kinder mit Migrationshintergrund noch nie an einer Vorsorge teilgenommen.

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