Ärzte Zeitung, 23.03.2004

KOMMENTAR

Vorsicht bei der Stammzelltherapie!

Von Peter Leiner

Auch wenn es nur Tierversuche waren: Die Beobachtung von US-Forschern bei Mäusen, daß sich doch nur sehr wenige Blutstammzellen - ins Herz gespritzt - in Kardiomyozyten verwandeln, muß Anlaß sein, noch vorsichtiger als bisher das klinische Potential dieser Zellen bei Herzinfarktpatienten auszuloten.

Um die Chancen auf einen Therapie-Erfolg zu erhöhen, bleibt nichts anderes übrig, als in Tierversuchen zu klären, warum sich nur so wenige Stammzellen verwandeln. Wenn es gelingt, gezielt Zellen mit diesem Potential zu identifizieren, kann versucht werden, diese Blutstammzellen anzureichern und dadurch für die Therapie besser zu nutzen.

Und: Bisherige Herzfunktionsverbesserungen nach einer Stammzelltherapie müssen andere Gründe als die Verwandlung der Blutstammzellen haben. Herauszufinden, welche das sind, muß Hauptziel der aktuellen Forschung sein.

Lesen Sie dazu auch:
Blutstammzellen doch nicht so potent wie erhofft

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »