Ärzte Zeitung, 11.11.2004

Stummschalten von Genen senkt den Lipidspiegel

KULMBACH (ple). Forschern in Deutschland und den USA ist es jetzt im Tierversuch gelungen, mit einer neuen gentechnischen Methode den Lipidspiegel deutlich zu senken. Die Wissenschaftler nutzten dazu die RNA-Interferenz, bei der die Synthese des Apolipoprotein B (ApoB) verhindert wird.

In ihren Versuchen mit Mäusen gelang es, durch intravenös injizierte chemisch veränderte Nukleinsäuren die dazu passenden Boten-RNA-Moleküle zu zerstören. Boten-RNA ist eine Zwischenstufe zwischen Gen und Protein. Das ApoB-Gen wird gewissermaßen stummgeschaltet.

Wie die Forscher heute in "Nature" (432, 2004, 173) berichten, sinkt durch die systemische Applikation der chemisch an Cholesterin gekoppelten Moleküle die Menge an Chylomikronen - sie enthalten Cholesterin - um 50 Prozent. Die LDL-Menge wird um 40 Prozent gesenkt. Die Forscher glauben, durch die chemische Modifizierung einen Weg gefunden zu haben, die RNA-Interferenz eines Tages für die systemische Behandlung nutzbar machen zu können.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Potential darf nicht verspielt werden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Mit Geriatrietests zur Diabetestherapie à la carte

Der eine ist fit, der andere gebrechlich: Alte Menschen mit Typ-2-Diabetes brauchen individuelle Therapieformen. Ein Geriater gibt Tipps. mehr »