Ärzte Zeitung, 20.01.2005

PID verhindert Anämie bei Neugeborenem

SYDNEY (ple). Erstmals ist die in Deutschland nicht erlaubte Präimplantationsdiagnostik (PID) zum Ausschluß einer Erkrankung, die nicht auf einem Gendefekt beruht - nämlich der Neugeborenen-Anämie durch Antikörper gegen das Rhesusmerkmal - erfolgreich angewandt worden: Eine Rhesus-negative 27jährige Australierin hat nach einer PID ein gesundes, ebenfalls Rhesus-negatives Kind zur Welt gebracht.

Rhesus-negative Frauen, die von einem Rhesus-positiven Mann ein Kind bekommen, entwickeln Antikörper gegen das Merkmal, wenn auch das Kind Rhesus-positiv ist. Das ist bei etwa zwei Prozent dieser Frauen der Fall und gefährdet die künftigen Feten. Meist kommt es während der Geburt zu diese Iso-Immunisierung.

Die Antikörper durchqueren bei der nächsten Schwangerschaft die Plazenta und zerstören die roten Blutkörperchen. Die Behandlung der Frauen mit Anti-D-Immunglobulinen während der Schwangerschaft hat den Anteil mit Antikörpern gegen das Blutgruppenmerkmal auf etwa 0,2 Prozent verringert.

Die Australierin hatte bereits ein Kind mit hämolytischer Anämie und deshalb nach In-vitro-Fertilisation mit Hilfe einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) eine Präimplantationsdiagnostik vornehmen lassen (Online-Ausgabe von "Human Reproduction"). Dabei wurde auf das Rhesus-Merkmal untersucht. Drei von zwölf Embryonen waren Rhesus-negativ und wurden in die Gebärmutter übertragen. Die Australierin bekam schließlich ein gesundes, Rhesus-negatives Mäd- chen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
PID-Verbot muß bleiben

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »