Ärzte Zeitung, 15.03.2005

KOMMENTAR

Eine veritable Beschimpfung

Von Nicola Siegmund-Schultze

Als sich vor exakt einem Jahr die Jury des Paul-Ehrlich-Preises entschied, den Klonforscher Ian Wilmut für die Entwicklung einer neuen Form des Klonens von Säugetieren auszuzeichnen, war die Welt noch in Ordnung. Wilmut hatte sich immer gegen das Klonen von Menschen ausgesprochen.

Nicht bekannt aber war zu diesem Zeitpunkt, daß er sich um eine Lizenz zum Klonen von menschlichen, embryonalen Stammzellen bemühen würde, eine Methode, die in Deutschland verboten ist. Daß er die Lizenz vor kurzem in England erhalten hatte, löste Kritik an der Wahl des Preisträgers aus.

Schließlich finanziert der deutsche Steuerzahler den Preis knapp zur Hälfte und könnte so fördern, was von der Mehrheit eines demokratisch gewählten Parlaments abgelehnt wird.

Daß die Stiftung hinter ihre Entscheidung nicht zurücktreten mochte, ist nachvollziehbar - weniger, daß Jury und Stiftungsratsvorsitz die Verleihung zu einer veritablen Beschimpfung nutzten.

Von "unseliger Tradition destruktiver Verblendung" war im Kontext mit deutschen Gesetzen zu Gentechnik und Embryonenschutz die Rede. Die Mehrheit nationaler und internationaler Forscher sei für therapeutisches Klonen. Na, dann ist ja alles gesagt.

Lesen Sie dazu auch:
Paul-Ehrlich-Preis an Klonforscher Wilmut wird zum Politikum

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »