Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Chinesen klonen fünf menschliche Embryonen zu Forschungszwecken

PEKING/NEW ROCHELLE (dpa). Chinesische Forscher haben nach eigenen Angaben fünf menschliche Embryonen zu Forschungszwecken geklont. Die Gruppe um Dr. Li Jianyuan vom Stammzellforschungszentrum der Provinz Shandong hatte zwölf gesunden Frauen insgesamt 135 Eizellen entnommen und daraus die Zellkerne entfernt.

Dazu verwendeten die Wissenschaftler eine neue Technik, von der sie sich eine höhere Erfolgsrate versprechen, wie sie im Fachjournal "Cloning and Stem Cells" (online vorab) schreiben.

Amtliche chinesische Medien berichteten am Dienstag, das Erbgut eines der fünf Klon-Embryonen stamme aus den weißen Blutkörperchen eines Parkinsonpatienten. Die anderen vier Klon-Embryonen stammten von Hautzellen gesunder Spender. Fernziel solcher Versuche ist das sogenannte therapeutische Klonen, also die Herstellung embryonaler Stammzellen mit patienteneigenem Erbgut zur Behandlung von Patienten mit schweren Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer oder Diabetes mellitus. Li möchte mit der Forschungsarbeit die Entwicklung solcher medizinischen Therapien voranbringen.

Dem bereits am 27. Januar online veröffentlichten Fachaufsatz zufolge gelang in 26 von 58 Versuchen die Verschmelzung des Spenderzellkerns mit einer entkernten Eizelle. 9 dieser Klon-Embryonen entwickelten sich bis ins 16-Zell-Stadium, 5 bis zur Blastozyste, aus der die embryonalen Stammzellen entnommen werden. DNA-Analysen hätten die Blastozysten als Klone identifiziert, schreiben Li und seine Kollegen.

Vor etwa einem Jahr hatten bereits US-Forscher der Firma Stemagen menschliche Klon-Embryonen zu Forschungszwecken präsentiert. 2005 hatten britische Forscher einen Embryo aus einer anderen embryonalen Stammzelle geklont. In Deutschland sind solche Versuche streng verboten.

Der Südkoreaner Professor Hwang Woo Suk hatte 2004 die ersten geklonten menschlichen Embryonen für sich reklamiert und anschließend auch die ersten humanen embryonalen Stammzellen mit krankheitsspezifischem Erbgut. Beide Arbeiten hatten sich später jedoch als Fälschungen herausgestellt.

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