Ärzte Zeitung online, 04.12.2009

Stuttgarter Friedenspreis für Gentechnik-Kritiker

STUTTGART/BUDAPEST (dpa). Die ungarischen Gentechnik-Kritiker Susan Bardosz und Arpad Pusztai erhalten den mit 5000 Euro dotierten Stuttgarter Friedenspreis 2009. Als erste Wissenschaftler machten sie auf die Gefahren der Gentechnik aufmerksam und lösten eine weltweite Bewegung zur kritischen Gentechnikforschung aus, wie das Bürgerprojekt "AnStifter" am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Der Preis würdige den Mut des Ehepaars, seine wissenschaftliche Ethik und konsequente Haltung. Beide waren Wissenschaftler des renommierten Rowett-Instituts im schottischen Aberdeen, leben aber jetzt wieder in Budapest. Der Preis wird ihnen bei einer Friedensgala am 18. Dezember in Stuttgart überreicht.

Arpad Pusztai hatte herausgefunden, dass bei der Verfütterung gentechnisch veränderter Kartoffeln das Immunsystem bei Ratten geschwächt wird und sich die inneren Organe verändern. Trotz Suspendierung seines Arbeitgebers und Redeverbots habe der Wissenschaftler "sich gegen den Mainstream der Wissenschaftswelt entschieden", schreiben die "AnStifter" in der Begründung. Mit dem Stuttgarter Friedenspreis wird jedes Jahr Arbeit gewürdigt, die sich für Frieden und eine solidarische Welt einsetzt. Die Laudatio hält Direktorin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel.

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