Ärzte Zeitung online, 13.04.2010

Organisationsprinzip des menschlichen Genoms identifiziert

REGENSBURG (eb). Auch DNA-Abschnitte, die nicht für die Synthese von Proteinen abgelesen werden, haben eine wichtige Funktion innerhalb des DNA-Netzwerkes. So organisieren spezifische nicht-kodierende DNA-Abschnitte die dreidimensionale Struktur des Nucleolus. Das hat jetzt ein internationales Forscherteam herausgefunden.

Ungefähr 98 Prozent der DNA im Zellkern ist nicht-kodierend, enthält also keine Information für die Synthese von Proteinen. Diese Genabschnitte wurden bislang zumeist als "Müll" ohne nennenswerte Funktion betrachtet. Dass auch diese Abschnitte eine wichtige Funktion erfüllen, konnten jetzt Wissenschaftler aus Regensburg, München und Valencia zeigen.

Die Wissenschaftler erstellten eine detaillierte Genomkarte der DNA des Kernkörperchens (Nucleolus) und charakterisierten die DNA-Elemente, die die dreidimensionale Struktur des Nucleolus organisieren. Dabei stellten sie fest, dass spezifische nicht-kodierende Genomabschnitte (spezielle alpha-Satelliten Sequenzen) für den Zusammenbau des Nucleolus verantwortlich sind.

In ihrer Studie identifizierten die Forscher mehrere Tausend Gene und nicht-kodierende DNA-Sequenzen. Sie fanden dabei heraus, dass etwa vier Prozent des menschlichen Genoms stabil mit dem Nucleolus verbunden sind. Außerdem konnten sie zeigen, dass die Struktur des Nucleolus nicht zufällig, sondern auf dessen konkrete Funktionen in der Zelle ausgerichtet ist. Die nicht-kodierende DNA spielt dabei offenbar eine entscheidende Rolle.

Zum Volltext der Originalpubliktion "Initial Genomics of the Human Nucleolus"

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