Ärzte Zeitung online, 15.12.2016
 

Ein Kind, drei Eltern

Großbritannien erlaubt neue Befruchtungsmethode

Weltweites Novum: In Großbritannien dürfen Forscher Embryos mit der DNA dreier Menschen zeugen. Die zuständige Behörde gab am Donnerstag ihre Zustimmung.

Großbritannien beschließt über neue Befruchtungsmethode

Forscher wollen wissen, ob der Ersatz von Mitochondrien gegen bestimmte Erbkrankheiten hilft.

© Matthias Haas / Fotolia

LONDON. In britischen Laboren dürfen künftig Embryos mit dem Erbgut dreier Menschen erzeugt werden. Das teilte die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) am Donnerstag mit.

Großbritannien ist damit das erste Land weltweit, das solche Behandlungsmethoden ausdrücklich erlaubt. Das Parlament hatte bereits im vergangenen Jahr den Weg dafür frei gemacht. Eine Expertenkommission hatte der Behörde empfohlen, den „vorsichtigen Einsatz“ zweier Methoden bei „besonderen Umständen“ zu erlauben.

Mitochondrien-Krankheiten verhindern

Die Forscher testen Methoden, um die Mitochondrien einer Eizelle durch diejenigen einer Spenderin zu ersetzen. Dadurch soll die Weitergabe von Erbkrankheiten verhindert werden.

Der Austausch kann durch Vorkern- oder Spindelkerntransfer geschehen. Bisher sind Ärzte aber unsicher, ob die Ersetzung funktioniert und mit ihr Erbkrankheiten bei einem Kind ausgeschlossen werden können.

Wissenschaftler vermuten, dass die Mitochondrien der "kranken" Mutter die der "gesunden" Spenderin im Laufe der Embrionen-Entwicklung überlagern. Um das zu verhindern, testen die Mediziner sogennantes Haplotyp-Matching: die gezielte Auswahl der Mitochindrien-Spenderin je nachdem, wie gut diese zu dem Erbgut der Zellkern-Mutter passen. (ajo)

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Gentechnik (2115)

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