Ärzte Zeitung, 20.04.2006

Wenn’s im Hals kratzt, gibt es Homöopathika zur Infektabwehr

Kollege setzt bei Leistungssportlern und Patienten auf Komplexmittel oral und i.m.

FRANKFURT/MAIN (hbr). Krankheiten homöopathisch vorbeugen und eine schnelle Regeneration - das wollen viele Patienten. Wichtig ist dabei Schnelligkeit: "Wenn Sie mit Homöopathie arbeiten wollen, müssen Sie sofort handeln. Sie dürfen nicht warten, bis eine Erkrankung richtig ausbricht" sagt Johann Kees.

Die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen beim Spiel. Während der nur vier Monate dauernden Saison können sich die Sportler keine Infekte leisten. Foto: dpa

Der Allgemeinmediziner betreut den amtierenden deutschen Pokalsieger im Volleyball, das Team seiner Bodensee-Heimatstadt Friedrichshafen. Er setzt dabei auf Prävention und schnelle Reaktion. Denn Sportler können sich eigentlich keine Infekte leisten: Sie bringen schon bei einem einfachen Schnupfen entscheidend weniger Leistung. Und da die Volleyball-Saison nur vier Monate dauert, bleibt kaum Zeit zum Auskurieren. Die Spieler sollen also gar nicht erst krank werden, und falls es doch passiert, möglichst schnell wieder gesund.

Die Prävention beruht auf Homöopathie und der Zehn-Euro-Regel: Ein Spieler, der außerhalb der Halle ohne Kappe und Jacke erwischt wird, zahlt zehn Euro - solange, bis die Ehefrau des Trainers die Temperaturen für akzeptabel erklärt.

Denn Infekte, die zum Beispiel Husten, Schnupfen und Heiserkeit mit sich bringen, sind das Hauptproblem von Sportlern. Eine gute Immunabwehr ist also entscheidend. So beenden die meisten Leistungssportler ihre Karriere nicht wegen einer Verletzung, sondern wegen eines chronischen Infektes, sagte Kees auf einer Veranstaltung von Heel in Frankfurt am Main.

Er hat zum Beispiel mit dem präventiven Einsatz des Homöopathikums Traumeel® S gute Erfahrungen gemacht. Seine Volleyballer nehmen davon fünf Tabletten vor und fünf nach jedem Training: "Es wirkt vorbeugend und stimuliert das Immunsystem. Seitdem haben wir weniger Infekte."

Meldet sich trotzdem ein Kratzen im Hals, kommt es auf Schnelligkeit an. "Sie müssen sofort handeln", sagt Kees. Der Spieler erhält dann vom Arzt die sogenannte Immunspritze. "Das ist eine Mischung aus den Präparaten Traumeel® S, GrippHeel®, Lymphomyosot® und Engystol®."

Letzteres Präparat wird ebenfalls bei Erkältungen und grippalen Infekten angewandt. Die Applikation erfolgt intramuskulär. In die gegenüberliegenden Körperseite injiziert Kees zusätzlich eine Mischung aus Vitamin B6, B12 und Folsäure. Wenn der Patient weiter schwächelt, wiederholt sich der Vorgang nach einem Tag Pause.

Das schnelle Eingreifen verhindert oft, daß aus dem Kratzen im Hals ein Infekt wird. Auf jeden Fall verkürzt es die Krankheitsdauer. Das gilt auch bei anderen Patienten. "Jeder Patient kann genauso behandelt werden und profitiert genauso wie ein Leistungssportler. Das beobachte ich sehr häufig in meiner Praxis", betont Kees.

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