Ärzte Zeitung, 11.12.2006

Ignatia, Cyclamen, Iris helfen bei Kopfschmerzen

Jeder vierte Patient mit Kopfschmerzen oder Migräne nimmt auch Homöopathika / Zweite Folge der Serie zur Homöopathie

Von Ursula Armstrong

82 Prozent der Patienten mit chronischen Kopfschmerzen verwenden zusätzlich zu Schmerzmedikamenten auch komplementärmedizinische Therapien. Dabei steht vor allem die Homöopathie hoch im Kurs: 23 Prozent der Patienten nehmen Homöopathika.

Migräne - da setzen viele Patienten auch auf Homöopathika. Foto: Migräne-Liga

Das habe eine Befragung von über 400 Patienten in Spezialambulanzen für Kopfschmerz-Kranke in fünf deutschen und zwei österreichischen Großstädten ergeben, berichtete Dr. Charly Gaul von der Universität Halle-Wittenberg kürzlich auf dem Neurologen-Kongreß in Mannheim. Die Patienten hatten überwiegend Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.

Bei Kopfschmerzen und Migräne können homöopathische Mittel auch gut helfen. Dabei muß man nicht unbedingt der klassischen Homöopathie folgen. Man kann auch ganz pragmatisch vorgehen und sich an den Symptomen orientieren. Die Zahl der empfohlenen Mittel ist sehr groß. Hier nur eine kleine Auswahl, was Kollegen im GU-Kompaß "Homöopathie" empfehlen.

  • Bei Kopfschmerzen durch geistige Anstrengung, wenn die Patienten teilnahmslos, apathisch und unkonzentriert sind, eignet sich Acidum phosphoricum in der Potenz D6, alle vier bis sechs Stunden.
  • Treten heftige Kopfschmerzen plötzlich auf, sind sie klopfend, berstend und vor allem rechts über dem Auge lokalisiert, wird Belladonna D12 empfohlen (alle 30 Minuten bis vier Stunden).
  • Bei berstenden Kopfschmerzen, die von der Stirn zum Nacken ziehen, bei Schmerzen an den Schläfen und hinter den Augen, wenn die Patienten reizbar sind und ihre Ruhe haben wollen, weil kleinste Bewegungen die Schmerzen verschlimmern, dann hilft Bryonia D12 (jede Stunde bis alle vier Stunden).
  • Bei Schulkopfschmerzen und Kopfschmerzen durch Wetterwechsel, die sich bei Bewegung und Bücken verschlechtern, ist Calcium phosphoricum D6, dreimal täglich, geeignet.
  • Bei Schmerzen, die mit Nackenverspannungen und druckempfindlicher Halswirbelsäule einhergehen, wird Cimicifuga D12, dreimal täglich, empfohlen. Das Mittel ist bewährt, wenn Patienten das Gefühl haben, als ob die Schädeldecke wegfliege, bei hormonellen Störungen, Migräne und Nackenschmerzen.
  • Schmerzen im Hinterkopf mit schwachen Nackenmuskeln, oft als Folge von Übernächtigung, Kummer, Sorgen, Jetlag oder auch übermäßigem Fernsehen, können mit Cocculus D6, dreimal täglich, bekämpft werden.
  • Bei Sehstörungen vor und während der Migräne hat sich Cyclamen D12 (alle 30 Minuten bis vier Stunden) bewährt.
  • Patienten, die das Gefühl haben, ein Nagel würde ins Hirn getrieben, die Schmerzen im Bereich von Auge, Nase und Stirn haben, die langsam beginnen und plötzlich enden, kann mit Ignatia D12, ein- bis dreimal täglich, geholfen werden. Bei ihnen sind die Schmerzen Folge von Kummer, Trauer oder anderen starken Gefühlsschwankungen. Sie werden durch Sonne, Nikotin und Alkohol schlimmer und durch Essen und Wärme besser.
  • Bei Wochenendmigräne hat sich Iris D6 (alle 30 Minuten bis vier Stunden) bewährt.
Weitere Beiträge zur Serie:
"Homöopathie in der Praxis"

Folge 14

Folge 13

Folge 12

Folge 11

Folge 10

Folge 9

Folge 8

Folge 7

Folge 6

Folge 5

Folge 4

Folge 3

Folge 2

Folge 1

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